Frankfurt/Main (SID) - Die Spitze der Handball-Bundesliga (HBL) drängt auf die Einführung von Play-off-Spielen um die deutsche Meisterschaft ab der Saison 2014/15. "Play-offs könnten noch einmal einen Impuls geben, das würde den Handball weiter nach vorne bringen", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dem SID am Rande der Pressekonferenz zum "Tag des Handballs" in Frankfurt/Main. Die HBL verspricht sich von der Spielplan-Reform mehr Zuschauer, eine höhere mediale Aufmerksamkeit und neue Sponsoren.

Bei einer Sitzung mit allen 18 Bundesligisten soll das Thema am kommenden Dienstag intensiv erörtert und konkretisiert werden. Einige Vereine wie der deutsche Rekordmeister THW Kiel haben sich bereits für die Einführung von Play-off-Spielen ausgesprochen. Eine einfache Mehrheit der Bundesliga-Vertreter reicht, um den Modus zu ändern.

Ex-Handballer Stefan Kretzschmar rät den Verantwortlichen, die Entscheidung "nicht übers Knie" zu brechen. "Wir müssen den anderen Sportarten nicht alles nachmachen, sondern unsere eigene Identität finden", sagte der 40-Jährige dem SID. Problematisch an der Einführung von Play-offs sei die fehlende sportliche Gerechtigkeit. "Der wahre Meister könnte am Ende der Saison nicht der echte sein", sagte Kretzschmar. So seien mögliche Verletzungen im Saison-Endspurt nur schwer zu kompensieren.

Als Argument für eine Spielplan-Reform führt der langjährige Nationalspieler eine möglicherweise bessere TV-Vermarktung an. "Wenn man sieht, welche Einschaltquoten Basketball oder Eishockey damit erreichen, dann ist das ein Argument", sagte Kretzschmar. Doch die reguläre Saison sei dadurch "lapidar. Da kann auf einmal der Siebte oder Achte noch Champion werden."