Köln (SID) - Rudolf Scharping hält die anhaltende Doping-Debatte im Radsport zum Teil für nicht gerechtfertigt: "Das ist kein Problem des Radsports alleine. Das betrifft sehr viele Sportarten. Aber der Radsport hat mehr dagegen getan als andere und hat leider auch allen Grund dazu gehabt. Junge Fahrer heute wegen des 'verseuchten' Jahrzehnts unter Generalverdacht zu stellen, ist aber unfair", sagte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR).

Den deutschen Radsport wähnt der 65-Jährige, der seit 2005 im Amt ist, auf dem Weg der Besserung: "Der Hype, der 1996 begann und mit dem Tour-Sieg von Jan Ullrich einen Höhepunkt fand, war genauso übertrieben wie der Absturz zehn Jahre später. Inzwischen normalisiert sich das etwas", sagte Scharping.

Der frühere Bundesverteidigungsminister sieht die deutschen Erfolge von Marcel Kittel, Tony Martin und André Greipel bei der Tour de France auch als Resultat der Verbandspolitik an: "Das bestätigt genau unsere Linie: Seit längerem setzen wir auf junge, unverbrauchte Sportler, und zwar in allen Disziplinen. Die internationalen Erfolge unserer Athletinnen und Athleten, insbesondere auch bei Weltmeisterschaften und den letzten Olympischen Spielen machen dies sehr deutlich", sagte Scharping.