Köln (SID) - Deutschlands Spitzen-Judoka treten gut einen Monat vor den Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro zum Härtetest an. Während sich das Gros der WM-Kandidaten um Schwergewichts-Ass Andreas Tölzer (Bonn) am Wochenende beim Grand-Slam-Turnier in Moskau mit hochkarätiger Konkurrenz misst, sammelt die Olympiazweite Kerstin Thiele (Leipzig) nach längerer Verletzungspause mit der "zweiten Garde" des Deutschen Judo-Bundes (DJB) beim Europacup in Sindelfingen Wettkampf-Praxis.

"Tölzer ist wieder sehr gut drauf, er hat eine gute Vorbereitung gehabt. Jetzt geht es um den Feinschliff. Eine gute WM ist ihm auf jeden Fall zuzutrauen", sagte DJB-Präsident Peter Frese dem SID. Der 33 Jahre alte Tölzer, 2010 und 2011 Vizeweltmeister sowie 2012 Olympiadritter, war im Frühjahr an der Schulter operiert worden, ist mittlerweile aber wieder schmerzfrei. Zuletzt absolvierte er mit dem Männerteam ein hartes Trainingslager auf Usedom.

In Moskau, wo auch der Olympiadritte Dimitri Peters (Rotenburg/bis 100 kg) antritt, wird Tölzer nicht auf seinen großen Rivalen Teddy Riner aus Frankreich treffen. Der Rekordweltmeister hatte zuletzt mit einer leichten Schulterverletzung zu kämpfen, ist nun aber wieder in die Vorbereitung auf die Titelkämpfe in Rio (23. August bis 1. September) eingestiegen, wo er seinen sechsten WM-Titel holen will.

Eine Wackelkandidatin für Rio ist Kerstin Thiele, die in Sindelfingen ihr Comeback nach einer hartnäckigen Oberkörperprellung gibt. "Ob es für die WM reicht, muss man sehen. Das war eine schwere Sache", sagte Frese: "Mir wäre es lieber, wenn sie sich im Hinblick auf Olympia 2016 komplett auskuriert." Die deutschen WM-Fahrer werden voraussichtlich am 8. August nominiert.