Barcelona (SID) - Im Kampf gegen Doping forciert der Schwimm-Weltverband FINA die Einführung von Blutpässen. Vor der am Samstag beginnenden WM in Barcelona (bis 4. August) seien bei 485 Athleten außerhalb des Wettkampfs Bluttests vorgenommen worden, die als Basis für den biologischen Pass dienen sollen. Das erklärte FINA-Exekutivdirektor Cornel Marculescu während einer Pressekonferenz in Barcelona. Mit dem Pass können die Blutprofile der Sportler über einen längeren Zeitraum beobachtet und über Veränderungen auf mögliches Doping geschlossen werden.

Mit dem Programm habe man bereits Anfang 2012 mit damals allerdings nur 30 Top-Athleten begonnen, sagte Marculescu. Namen wollte er nicht nennen. Bei der vergangenen WM 2011 in Shanghai wurde das Pilotprojekt vorgestellt, mit dem sich die FINA "an die Spitze des Anti-Doping-Kampfes" setzen wollte. Eine breit angelegte Umsetzung ist allerdings lange Zeit nicht erfolgt, was Schwimm-Bundestrainer Henning Lambertz kürzlich ein "Versäumnis" nannte: "Am Geld darf es nicht liegen. Denn wenn wir den Sport ein bisschen dopingfreier machen können, sollte es uns das wert sein."

"Wir arbeiten sehr hart den der Umsetzung der Bluttests, denn durch sie kann man sehr schnell sehen, warum etwas nicht stimmt. Im Wettkampf ist es sehr schwierig, etwas zu finden. Die Sportler kommen hier her und wissen, was passieren würde", sagte Marculescu.

Dennoch werden bei den Titelkämpfen in Barcelona 320 Dopingtests in den fünf Disziplinen Schwimmen, Freiwasserschwimmen, Wasserspringen, Synchronschwimmen und Wasserball durchgeführt. Viele positive Tests sind jedoch nicht zu erwarten. Bei der WM 2011 waren alle Tests negativ gewesen. Nach der WM wurden laut FINA-Auflistung 45 Athleten positiv getestet, davon 27 Schwimmer, 16 Wasserballer und zwei Wasserspringer.

"Leider ist das Schwimmen nicht sauber", sagte Lambertz und forderte neben mehr Kontrollen vor allem härtere Strafen: "Wem Doping nachgewiesen wird, der gehört lebenslang gesperrt. Er darf nie wieder Sport machen."