Silverstone (SID) - Nach vier Stunden in seinem heißen Red-Bull-Boliden war Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel erschöpft, aber zufrieden. "Fakt ist, dass an den Reifen keine Schäden waren, das ist ein gutes Zeichen", sagte der Heppenheimer am dritten und letzten Tag des zum Reifentest umfunktionierten Young Driver Test auf der Rennstrecke in Silverstone.

Auf dem traditonsreichen Kurs in England war beim Grand Prix Ende Juni gleich an vier Autos der linke Hinterreifen des Einheitsherstellers Pirelli geplatzt. Die Stammpiloten durften nun in Silverstone nur Reifentests fahren, zudem durften ihre Wagen nur in sehr geringem Maße verstellt werden. So sollten die Erkenntnisse zur Weiterentwicklung der Boliden eingedämmt werden.

Viele neue Erkenntnisse gab es für Sebastian Vettel daher nicht. "So viel durften wir heute nicht machen, das ist natürlich sehr eingeschränkt. Ich denke, es war dennoch ganz nützlich, um mal den Reifen kennenzulernen. Allzu groß ist der Unterschied nicht", sagte Vettel, der die WM-Wertung souverän anführt.

Vettels Teamkollege Mark Webber, der den Rennstall zum Saisonende verlassen wird, hatte auf die Zusatzrunden in Silverstone verzichtet. Auch der Finne Kimi Räikkönen (Lotus) war kurzfristig nicht dabei. Ferrari-Star Fernando Alonso hatte zuvor bereits angekündigt, dass er auf die Extra-Runden verzichtet.

Anstelle von Webber beeindruckte dessen australischer Landsmann Daniel Ricciardo, in dieser Saison Stammfahrer beim Red-Bull-Schwesterteam Toro Rosso. Der 24-Jährige durfte einige Runden in Vettels Auto drehen und empfahl sich dabei nachdrücklich für die Webber-Nachfolge im kommenden Jahr.

Williams-Fahrer Pastor Maldonado äußerte die Hoffnung, dass die in Silverstone getesteten Reifen auf den Hochgeschwindigkeitskursen von Spa (25. August) und Monza (8. September) zum Einsatz kommen. "Pirelli hat das Problem verstanden und gelöst", sagte der Venezolander: "Ich denke, wir sollten ihnen jetzt alle vertrauen."

Zum Einsatz kam in Silverstone auch Susie Wolff, Ehefrau des Mercedes-Motorsportchefs Toto Wolff. Die 30-jährige Britin war im Williams die Neuntschnellste der insgesamt 16 Teilnehmer und ließ dabei unter anderem die beiden Formel-1-Stammfahrer Charles Pic im Caterham und Jules Bianchi im Marussia hinter sich.