Grassau (SID) - Trainer Michael Wiesinger vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg präsentiert seinen Spielern ausgerechnet den ewigen großen Rivalen Bayern München als Vorbild. "In der Bundesliga fliegt dir nichts zu. Nur mit spielerischen Elementen schafft es nicht einmal Bayern München. Die haben eine unheimliche Kompaktheit, jeder Spieler muss Verantwortung gegen den Ball übernehmen", sagte Wiesinger im SID-Interview im Trainingslager in Grassau. Sein Fazit: "Das müssen wir auch mal unseren Spielern vor Augen führen."

Generell will Wiesinger die Mannschaft langsam, aber stetig entwickeln. Großmannssucht hält er deshalb für fehl am Platz. "Man soll sich nicht kleiner machen, als man ist, aber wir wollen auch nicht von der Erwartungshaltung erdrückt werden. Wichtig ist, dass wir unsere Top-Leute nur noch an die Top-5-Vereine verlieren, nicht an die Nummer sieben oder acht. Wir sind auf einem guten Weg", sagte Wiesinger.

Der Club-Trainer verteidigte in diesem Zusammenhang seine Entscheidung, Hiroshi Kiyotake trotz Angeboten in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro nicht zu verkaufen. "Er kann Spiele entscheiden, er kann offensiv alle Positionen spielen, er ist clever im Spiel gegen den Ball, hat außerdem auch schlaue Laufwege drauf", sagte Wiesinger. Auf dem Weg zur WM-Teilnahme 2014 mit Japan sei der FCN kein schlechtes Sprungbrett: "Eine gute Saison mit uns ist ein gutes Argument. Kiyo will zur WM - und er will sich hier definitiv dafür bewerben."

Wiesinger, der seinen Vertrag im Mai bis 2015 verlängerte, ist vor seinem ersten Saisonstart als Bundesligatrainer selbstbewusst. "Ich bin der richtige Trainer für Nürnberg. Ich komme aus diesem Verein und ich weiß, was hier gefordert ist." Erwartung sei für ihn der beste Ansporn.