Ex-NSA-Chef: "Wir waren sehr offen zu unseren Freunden"

Berlin (dpa) - Die Hinweise auf eine Einbindung europäischer Nachrichtendienste in die Ausspähprogramme des US-Geheimdienstes NSA verdichten sich. Nach Darstellung des früheren NSA-Chefs Michael Hayden im ZDF hatten die USA ihre Kooperation mit den Europäern nach den Anschlägen vom 11. September 2001 massiv ausgeweitet - und dabei keinen Zweifel an den Zielen gelassen: "Wir waren sehr offen zu unseren Freunden." Zu dieser Zeit regierten in Deutschland SPD und Grüne. Sie dringen nun auf rasche Aufklärung. Die CDU warf der Opposition deshalb "verantwortungslose Heuchelei" vor.

Kerry: Nahost-Gespräche vereinbart - viele Fragezeichen bleiben

Amman (dpa) - US-Außenminister John Kerry hat Israel und die Palästinenser zur Wiederaufnahme direkter Gespräche bewegen können. Allerdings zeichnete sich bereits am Samstag ab, dass sich beide Seiten weiter uneins sind, auf welcher Grundlage dann später die eigentlichen Friedensverhandlungen geführt worden sollen. Unterhändler beider Seiten sollen sich kommende Woche in Washington zu einer Art Vorverhandlung treffen. Weder Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu noch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas äußerten sich zunächst.

Berlin ehrt Widerstandskämpfer - 69. Jahrestag des Hitler-Attentats

Berlin (dpa) - Mit Kranzniederlegungen und Gedenkfeiern haben Bundesregierung, Bundeswehr und das Land Berlin an das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler vor 69 Jahren erinnert. "In der Bundeswehr wirkt der 20. Juli fort", sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU). "Mutiger Widerstand gegen Diktaturen gehört zum Erbe und zur Tradition der Bundeswehr." Vor dem Reichstag sollten am Abend 500 Bundeswehr-Soldaten ein feierliches Gelöbnis ablegen. Die Rede dabei sollte Bundespräsident Joachim Gauck halten.

Drohnen-Affäre: Neue Vorwürfe gegen de Maizière

Berlin (dpa) - In der Affäre um das gescheiterte Drohnenprojekt "Euro Hawk" gerät Verteidigungsminister Thomas de Maizière weiter in Erklärungsnot. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" wurde der Minister schon im Frühjahr 2012 über massive Probleme informiert. So sei in einer für ihn erstellten Informationsmappe für eine Rüstungsklausur von "Schwierigkeiten bei (der) Musterzulassung" die Rede gewesen, außerdem hieß es darin: "Kostensteigerungen stellen (das) Gesamtsystem zunehmend infrage." De Maizière hatte dagegen Anfang Juni gesagt, bei der Rüstungsklausur am 1. März 2012 seien ihm Zulassungsprobleme als "lösbar" geschildert worden.

Kremlgegner Nawalny in Moskau wie ein Volksheld empfangen

Moskau (dpa) - Wie einen Volkshelden haben Hunderte Anhänger den Kremlgegner Alexej Nawalny nach seiner vorläufigen Freilassung bei der Rückkehr nach Moskau gefeiert. Mit lautem Jubel, Sprechchören und Blumensträußen begrüßte die Menge den 37-jährigen Anwalt nach der Ankunft aus der Stadt Kirow, wie ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Der bekannte Blogger bestätigte noch am Bahnhof in einer kurzen Ansprache, dass er am 8. September als Kandidat bei der Moskauer Bürgermeisterwahl antreten wolle.

Mindestens drei Tote bei Angriff auf Islamisten-Kundgebung in Ägypten

Kairo (dpa) - Beim Angriff auf eine Demonstration von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi sind im ägyptischen Nil-Delta mindestens drei Frauen getötet worden. Gewalttätige Gruppen hätten die Kundgebung im Zentrum von Al-Mansura am späten Freitagabend mit Messern, Schrotgewehren und anderen Schusswaffen überfallen, berichtete die Webseite der Tageszeitung "Al-Masry Al-Youm" unter Berufung auf Augenzeugen. Der neue ägyptische Außenminister Nabil Fahmi kündigte am Samstag eine teilweise Abkehr von der Außenpolitik Mursis an.