Frankfurt/Main (SID) - Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati (Hannover) hat vor neuen Depressions- und Suizidfällen im deutschen Profi-Fußball gewarnt und seine harsche Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB) erneuert. "Es wird der Tag kommen, an dem nach Robert Enke und mir der nächste Fußballer keinen Ausweg mehr sieht", sagte der 43-Jährige dem Nachrichten-Magazin Focus: "Das Thema Depression im Fußball wird bewusst weggeschoben, weil es nicht in die heile DFB-Welt passt."

Nach dem Selbstmord des ehemaligen Nationaltorhüters Robert Enke am 10. November 2009 habe der damalige DFB-Präsident Theo Zwanziger zwar eine "tolle Rede" gehalten - verändert habe sich jedoch nichts, sagte Rafati.

Der Ex-Referee hatte am 19. November 2011 in einem Kölner Hotel versucht, sich das Leben zu nehmen. Inzwischen sei er "vollständig gesund", sagte Rafati, der betonte, seine Karriere unter gewissen Umständen fortsetzen zu wollen. "Ich würde gerne wieder pfeifen, aber nicht in Deutschland, nicht mal in der Kreisklasse", sagte er: "Mein Herz hängt am Fußball."