Lyon (SID) - Diskus-Olympiasiegerin Ilke Wyludda hat auch in ihrem dritten großen Wettkampf im Behindertensport eine Medaille verpasst. Die 44-Jährige aus Halle an der Saale belegte zum Auftakt der Leichtathletik-WM in Lyon den vierten Platz unter fünf Teilnehmerinnen im Kugelstoßen der Klasse 58. Im dicht gestaffelten Feld verpasste Wyludda nach einer Steigerung der persönlichen Bestleistung auf 11,05 m Bronze nur um 13 Zentimeter. Gold holte mit 11,43 die Mexikanerin Angeles Ortiz.

Bei den Paralympics in London hatte Wyludda Rang fünf im Kugelstoßen belegt. Mit dem Diskus, mit dem sie 1996 in Atlanta den größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert hatte, war sie den Endkampf verpasst.

Im Dezember 2010 hatte sich die zweimalige Europameisterin im Klinikum Bergmannstrost in Halle den rechten Unterschenkel amputieren lassen müssen. Ausgerechnet an jenem Ort, wo Wyludda heute als Anästhesistin arbeitet. Eine offene Wunde, die seit Jahren nicht richtig verheilte, hatte sich nach einer abermaligen Operation bakteriell infiziert.

Das erste deutsche Gold in Lyon holte am Sonntag die dreimalige Paralympics-Siegerin Martina Willing ebenfalls mit der Kugel (9,03 m) in der gemischten Klasse 55/56/57. Die bereits 60 Jahre alte Marianne Buggenhagen, die bereits neunmal Gold bei Paralympics gewonnen hatte, verpasste als Vierte (7,70) eine Medaille. Diesen Platz hatte in London noch Willing belegt, als Buggenhagen Silber gewann.