Düsseldorf (SID) - Bundestrainer Joachim Löw wird auch nach der Installation eines neuen DFB-Sportdirektors das alleinige Sagen bei der Fußball-Nationalmannschaft haben. Auf die Frage, ob der noch zu findende Nachfolger des zu Werder Bremen abgewanderten Robin Dutt der "Chef" von Löw werden und damit auch die Zuständigkeit für das A-Team erhalten solle, antwortete DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock im SID-Interview: "Das ist nicht vorgesehen, nein."

Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) war dies auch anscheinend nie ein Thema, nachdem auch schon Dutt "nur" für den Juniorenbereich zuständig gewesen war. "Die Zuständigkeit des Sportdirektors hatten wir schon mit Robin Dutt geklärt", erklärte Sandrock: "Dabei wurde die Konfliktfrage, die es zwischen Matthias Sammer (Dutts Vorgänger, d. Red.) und Joachim Löw gegeben hatte, bereits aufgelöst."

Sieben Wochen nach dem Abgang Dutts hat es über dessen Nachfolge nach Angaben des Generalsekretärs "noch keine konkreten Gespräche" gegeben. Allerdings habe man "Klarheit, was das Profil angeht". Denkbar, aber unwahrscheinlich sei auch, dass es sich um einen Ausländer handeln werde. "Ich würde es nicht als ein totales Muss sehen, dass der Kandidat aus Deutschland kommt", sagte Sandrock: "Aber wir haben schon vorzugsweise in Deutschland geschaut."

Ob es ein verdienter Ex-Nationalspieler (gehandelt wurde unter anderem Oliver Kahn) oder um einen Funktionär mit Verbands-Stallgeruch (gehandelt: Hansi Flick) werden wird, ist offenbar nicht festgelegt. "Die Voraussetzungen können auf beides zutreffen", versicherte der Generalsekretär: "Aber wenn der Mix stimmt, muss derjenige nicht unbedingt 100 Länderspiele absolviert haben. Wenn ein verdienter Nationalspieler dieses Profil erfüllt, gerne."

Das Profil erklärte der 56-Jährige wie folgt: "Wir brauchen jemanden, der aus dem Fußball kommt, vorzugsweise aus dem Trainer-Bereich, mit einer guten Schnittmenge zum Management-Bereich. Und natürlich muss die Person eine Vision haben, wie sich der Fußball in Deutschland entwickeln soll. Und es sollte auch jemand sein, der international über den Tellerrand schaut."