Düsseldorf (SID) - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat seine Lehren aus dem unerwarteten Vorrunden-Aus der U21 gezogen und will bei künftigen Junioren-Europameisterschaften mit der bestmöglichen Mannschaft antreten. Dies kündigte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) an.

"Wir hatten in diesem Jahr eine Sondersituation durch die USA-Reise des A-Teams. Aber wenn man auf dem Niveau Titel gewinnen will, braucht man die beste Mannschaft. Und wir wollen Titel gewinnen. Ich denke, dass das auch von der Liga getragen wird", sagte Sandrock: "In den letzten Jahren haben immer nur die Länder den Titel gewonnen, die mit der besten Mannschaft dabei waren. Im Übrigen auch wir 2009."

Mit Bundestrainer Joachim Löw sei dieses Vorhaben bereits abgesprochen, versicherte der "zweite Mann im DFB". "Der Bundestrainer ist natürlich immer Teil der Diskussion", sagte der 56-Jährige: "Im Einzelfall wird man sicher auch über einen Spieler reden können. Aber es geht um den Grundsatz, mit der bestmöglichen Mannschaft in ein Turnier zu gehen."

Es gelte "grundsätzlich der Ansatz, dass wir nicht ausbilden allein um des Ausbildens willen. Wir wollen Turniere gewinnen, mit den besten Spielern. Ein solches internationales Turnier bringt jeden Spieler weiter. Das wird jeder bestätigen, der das erlebt hat."

Nach dem Vorrunden-Aus bei der EM in Israel hatten viele Experten in Deutschland diskutiert, ob der DFB alle dem Jahrgang zugehörigen Spieler hätte mitnehmen sollen. Löw hatte angesichts der kurz vor der EM stattfindenden US-Reise auf "Schwellenspieler" wie Lewis Holtby oder Sebastian Jung verzichtet, bereits im A-Team festgespielte Talente wie Julian Draxler, André Schürrle oder Marc-André ter Stegen aber mit in die USA genommen. Der Dortmunder Ilkay Gündogan durfte nach dem Champions-League-Finale in Urlaub, Mario Götze und Toni Kroos waren verletzt.