Kaprun (SID) - Skifahren kann man auch im Sommer. Dass auf den meisten Pisten momentan kein Schnee liegt, ist kein Hindernis. Am Wochenende stürzten sich die Bretterverrückten im österreichischen Kaprun wieder den grünen Hügel hinab, bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad. Grasski heißt die Sportart, Disziplinen gibt es wie bei den Alpinen, Veranstalter ist die FIS. Schon seit 13 Jahren richtet der internationale Verband Weltcups im Grasski aus.

"Es ist in vielen Dingen wie im Winter. Du stellst den Ski auf die Kante, und er dreht", beschreibt Barbara Mikova aus der Slowakei ihren Sport. Die 22-Jährige gewann in Österreich sowohl den Super G als auch die Super-Kombination. Im Riesenslalom wurde die Junioren-Weltmeisterin Vierte.

Dabei hat das Arbeitsgerät kaum etwas mit den Winterbrettern zu tun. Der Grasski besteht aus einer Laufschiene, über die mit Hilfe von Rollelementen ein Belag läuft, ähnlich wie bei einem Kettenfahrzeug.

"Die physische Leistung ist gleichzusetzen mit der der Alpinen. Wir haben zwar kürzere Strecken, aber die Wiese ist nicht glatt wie eine Piste, es gibt Schläge, Löcher, das muss man alles ausgleichen", sagt Erich Horvath, Trainer der österreichischen Grasski-Nationalmannschaft.

Auch bei den Zuschauern kommt die rasante Fahrt durchs Grüne gut an. "Ich konnte gar nicht glauben, wie schnell sie den Hügel runterrasen, das ist sehr beeindruckend", sagte eine englische Touristin.

Im August stehen für die Athleten noch zwei Weltcups an, dann ist die grüne Saison schon wieder beendet. Am 26. Oktober beginnt in Sölden der alpine Weltcup.