Barcelona (SID) - Die Aufholjagd gegen den Weltmeister kam zu spät: Die deutschen Wasserballer haben bei der WM in Barcelona wie erwartet gegen Titelverteidiger Italien ihre erste Niederlage kassiert. Beim 8:10 (1:3, 1:3, 3:3, 3:1) gegen den Olympiazweiten zeigte die stark verjüngte Mannschaft des neuen Bundestrainers Nebojsa Novoselac nach einem zwischenzeitlichen 2:8-Rückstand aber Moral.

Julian Real, Andreas Schlotterbeck (je 2), Paul Schüler, Heiko Nossek, Erik Miers und Kapitän Moritz Oeler erzielten zwei Tage nach dem 9:8-Zittersieg gegen Kasachstan im 1992er Olympia-Becken Bernat Picornell die Tore für die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), die mit vier WM-Neulingen antrat. Vor zwei Jahren in Shanghai hatte das deutsche Team unter Novoselac-Vorgänger Hagen Stamm den dreimaligen Olympiasieger beim 6:7 am Rande einer Niederlage gehabt. Seitdem hat sich das Gesicht der Mannschaft deutlich verändert - Novoselac setzt mit Blick auf Olympia 2016 auf die Jugend.

Im letzten Vorrundenspiel am Freitag (13.30 Uhr) gegen den EM-Achten Rumänien geht es um Platz zwei in der Gruppe D. Die Rumänen verloren nach dem 4:10 gegen Italien überraschend auch ihr zweites Spiel gegen Außenseiter Kasachstan mit 4:7. Als Vorrundenzweiter ginge das DSV-Team aller Voraussicht nach Rekord-Olympiasieger Ungarn und Europameister Serbien aus dem Weg.

Im Tor erhielt zunächst Roger Kong von Waspo Hannover den Vorzug vor dem Duisburger Meisterkeeper Moritz Schenkel, der in der Auftaktpartie gespielt hatte. Die DSV-Sieben erwischte zwar einen Start nach Maß und ging durch Real in Führung, geriet aber schon im ersten Viertel mit 1:3 in Rückstand. Bei Kapitän Moritz Oeler und Co. lief im Angriff gar nichts mehr, die Weltmeister kombinierten und trafen dagegen fast nach Belieben.

Zur Halbzeit wechselte Novoselac Schenkel ein. Italien steckte nach der zwischenzeitlichen 8:2-Führung ein wenig zurück, und die deutsche Mannschaft holte Tor um Tor auf.