Barcelona (SID) - Für die deutschen Beckenschwimmer um Weltrekordlerin Britta Steffen hat das WM-Abenteuer mit einem phänomenalen Empfang begonnen. Als die Athleten am Mittwochnachmittag um 15.45 Uhr das Tor zum Innenraum des Flughafens in Barcelona durchschritten, schallte ihnen der große Jubel von 200 Leuten der DSV-Jugend entgegen. Dazu gab es Trommelwirbel und immer wieder "Deutschland, Deutschland"-Rufe.

Der Hamburger Markus Deibler fand die Aktion "total cool", sein Bruder, der Weltjahresbeste Steffen Deibler, "einfach nur sensationell". Die WM-Teilnehmer bedankten sich mit einem lautstarken "Danke!"-Ruf. Bundestrainer Henning Lambertz glaubt, dass der tolle Empfang auch einen positiven Einfluss auf die Leistungen haben könnte: "Jeder Athlet, der da durch die Tür kam, fühlte sich gleich extrem wichtig - im positiven Sinne. Das ist unbezahlbar."

Britta Steffen fühlte sich dagegen sichtlich nicht so wohl in ihrer Haut, die Weltrekordlerin versteckte sich meist hinter dem breiten Rücken von Markus Deibler. Am Ende schrieb sie aber doch noch ein paar Autogramme und stellte sich für ein Erinnerungsfoto zur Verfügung. Zur ihren WM-Aussichten schwieg die 29-Jährige aber wie schon in den vergangenen Monaten.

Bei der geplanten Gesprächsrunde am Mittwochabend musste sich Steffen dagegen äußern. Bei dem Treffen mit Lambertz, DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow, Heimcoach Frank Embacher und Teamkollegin Daniela Schreiber sollte entschieden werden, ob die Doppel-Olympiasiegerin von 2008 in Barcelona auf ihrer Weltrekordstrecke 50 m Freistil (Vorlauf am 4. August) an den Start geht.

Schreiber, die sich anders als die damals erkrankte Steffen bei der DM Ende April in Berlin das Ticket über 50 m erkämpft hatte, würde aufgrund fehlender Medaillenchancen das Startrecht freiwillig an Steffen abtreten. Ob die zweifache Weltmeisterin von Rom das Angebot aber annimmt, war bis zuletzt offen.

Vor der Aussprache stand am Abend die erste große Mannschaftsbesprechung auf dem Programm, in der Lambertz und Buschkow das Team auf die acht Wettkampftage mit 40 Entscheidungen einschwören wollten. Als Medaillenkandidaten gelten im deutschen Team der Weltjahresbeste Deibler (Hamburg) über 100 m Schmetterling, die 4x100-m-Freistilstaffel der Frauen, eventuell auch Hendrik Feldwehr (50 m Brust) und Christian vom Lehn (200 m Brust) - und eben Steffen, wenn sie denn über 50 m Freistil startet.