Freiburg (SID) - Nach dem Doping-Geständnis des früheren Radprofis Erik Zabel prüft die Staatsanwaltschaft Freiburg, ob sie die Ermittlungen noch einmal aufnimmt. Dies erfuhr am Montag die Badische Zeitung.

Nach fünf Jahre andauernden Ermittlungen hinsichtlich einer Verwicklung der ehemaligen Freiburger Sportmediziner Andreas Schmid und Lothar Heinrich in das systematische Doping beim früheren Team Telekom/T-Mobile hatte die Staatsanwaltschaft 2012 diese Ermittlungen eingestellt. Im Fall des früheren Universitätsarztes Schmid erging ein Strafbefehl mit einer Verurteilung zu einer Geldstrafe.

In der Süddeutschen Zeitung (Montagsausgabe) hatte der bis 2008 aktive Radprofi Zabel eingeräumt, ebenso wie andere Fahrer von Telekom/T-Mobile systematisch gedopt zu haben. Hintermänner und Strukturen nannte Zabel aber nach wie vor nicht. Er räumte die Verwendung des Schnellmachers Epo sowie Doping mit Eigenblut auch nur für die Jahre zwischen 1996 und 2003 ein - also für einen strafrechtlich eindeutig verjährten Zeitraum.

Oberstaatsanwalt Christoph Frank, Leiter der Schwerpunkt-Abteilung Doping in Freiburg: "Wir müssen jetzt natürlich überprüfen, ob sich in nicht verjährter Zeit noch einmal Verdachtsmomente ergeben haben. Dabei interessieren uns allerdings nur die Ärzte und Helfer. Der Sportler, der verbotene Mittel zur Leistungssteigerung genommen hat, hat sich ja nicht wegen Dopings strafbar gemacht." Verstöße gegen das Bundesarzneimittelgesetz verjähren nach fünf Jahren.

Obwohl die Freiburger Staatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt schon im Verlauf ihrer Ermittlungen zwischen 2007 und 2012 mehr als 70 Zeugen, darunter ehemalige und aktive Radprofis, vernommen hatte, prüft Frank nun, "ob wir das Ermittlungsverfahren noch einmal aufmachen. Möglicherweise werden wir Zabel noch einmal befragen."