Potsdam (dpa) - Dietmar Woidke ist ein gestandener Mann in der Brandenburger Politik. Seit 19 Jahren ist er ohne Unterbrechung im Landtag, er war SPD-Fraktionschef und Umweltminister.

Der 51-jährige Lausitzer gilt seit Jahren als Vertrauter und möglicher Nachfolger von Ministerpräsident Matthias Platzeck.

Im Vergleich zu seinem oft knurrigen Minister-Vorgänger Rainer Speer gilt der amtierende Innenminister Woidke allgemein als umgänglich und oft heiter gestimmt. Zwar setzte er die Pläne für eine umstrittene Polizeireform fort - jedoch mit versöhnlicheren Tönen.

Zuvor war Woidke bei der Bildung der rot-roten Regierung im Herbst 2009 zunächst Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion - auch, weil er im Gegensatz zu etlichen Parteigenossen keine Berührungsängste gegenüber dem lange ungeliebten neuen Partner hatte.

Einen ersten Schub bekam Woidkes Karriere im Jahr 2004. Damals wurde er für fünf Jahre Minister für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz. Davor war der Familienvater, der an der Humboldt-Universität in Berlin Landwirtschaft, Tierproduktion und Ernährungsphysiologie studiert hat, agrarpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Woidkes stammt aus Naundorf bei Forst an der deutsch-polnischen Grenze. 1990 wurde der Diplom-Agraringenieur Leiter der wissenschaftlichen Abteilung eines Futtermittel-Unternehmens und arbeitete einige Jahre in Bayern. 1993 trat er in die SPD ein. Zu DDR-Zeiten sei er in der Berliner Studentengemeinde politisiert worden, erinnert sich Woidke.

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