Geldvermögen der Deutschen klettert ungebremst weiter

Frankfurt/Main (dpa) - Trotz der Konjunkturflaute zu Jahresbeginn haben die Deutschen ihr Geldvermögen erneut gesteigert. Zum Ende des ersten Quartals kletterte das Vermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen auf den Rekordwert von 4 992 Milliarden Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt mitteilte. Das ist ein Zuwachs um 52 Milliarden Euro oder 1,1 Prozent zum Vorquartal. Immobilien oder Vermögensgegenstände wie Autos oder Kunst sind in der Statistik nicht enthalten.

HSH-Prozess: Ex-Spitzenbanker attackieren Staatsanwälte

Hamburg (dpa) - Die Angeklagten im HSH-Nordbank-Prozess haben am zweiten Verhandlungstag die Vorwürfe der Anklage zurückgewiesen und ihrerseits die Staatsanwaltschaft kritisiert. Die Anklage sei für ihn "völlig inakzeptabel", sagte der frühere Vorstandschef Hans Berger am Montag vor der 8. Großen Strafkammer des Hamburger Landgerichts. Sein ehemaliger Vorstandskollege Jochen Friedrich erklärte: "Ich halte meine Entscheidung auch nach Lektüre der in weiten Teilen empörenden Anklageschrift nach wie vor für richtig." Die Verteidiger der Angeklagten Bernhard Visker und Peter Rieck wiesen die Vorwürfe ebenfalls "mit Nachdruck" zurück. Die Staatsanwaltschaft wirft den sechs ehemaligen Vorständen Untreue in einem besonders schweren Fall vor.

Studie: Wolfsburg wirtschaftsstärkste Stadt Deutschlands

Wolfsburg/Köln (dpa) - Die Volkswagen-Heimat Wolfsburg ist laut einer Studie die wirtschaftlich stärkste Stadt in Deutschland - bezogen auf die Wirtschaftsleistung je Einwohner. Das geht aus einer Aufstellung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus Köln hervor, die der dpa vorliegt. Wolfsburg liegt demnach mit rund 92 600 Euro Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf vor der Finanzmetropole Frankfurt am Main (82 700 Euro) und dem bayerischen Schweinfurt (78 400 Euro). Die "Rheinische Post" hatte am Montag zuerst über die Studie berichtet.

BMW präsentiert Elektroauto i3 und erwartet rasantes Wachstum

London (dpa) - BMW erwartet in den kommenden Jahren einen rasanten Zuwachs bei Elektroautos auf den Straßen. "Dies ist kein Kurzeit-Plan", sagte Vertriebsvorstand Ian Robertson am Montag bei der Vorstellung des ersten Wagens der Elektromarke BMWi in London. Schon jetzt könnten Kunden durch Steuervorteile vor allem in den USA und europäischen Ländern sowie durch geringere Wartungskosten so viel Geld einsparen, dass das Interesse immer stärker werde. "Wir steigen in diesen Markt ein, um ein bedeutender Akteur zu werden", kündigte Robertson an. Der i3 soll im November bei den Händlern stehen. Zunächst werde es nun vor allem darum gehen, Kunden für Testfahrten anzulocken, hieß es.

Arbeitsaktivisten: Schlimme Zustände bei Apple-Zulieferer in China

Peking (dpa) - Aktivisten haben skandalöse Arbeitsbedingungen bei einem weiteren großen Zulieferer von Apple in China angeprangert. Nach einer Untersuchung wirft die Arbeitsrechtsorganisation China Labor Watch (CLW) dem taiwanesischen Auftragsfertiger Pegatron in drei Fabriken schwere Verstöße gegen das Arbeitsrecht vor. Ein am Montag in New York veröffentlichter Bericht beklagt ausufernde Überstunden, Vertragsverstöße, Billiglöhne, Kinderarbeit, Misshandlung durch Manager sowie Umweltverschmutzung in China. Die Zustände am Arbeitsplatz und in überfüllten Unterkünften seien schlecht. Es gebe Sorgen über Gesundheit und Sicherheit der Arbeiter. Nach ähnlichen Kontroversen um seinen Haupt-Fertiger Foxconn hatte der iPhone- und iPad-Produzent mit Sitz im kalifornischen Cupertino zunehmend Aufträge an Pegatron vergeben.

O2-Chef rechnet mit Genehmigung für E-Plus-Übernahme

Frankfurt/Main (dpa) - Trotz der Bedenken des Bundeskartellamtes sieht O2-Chef René Schuster den geplanten Zusammenschluss mit dem Konkurrenten E-Plus nicht in Gefahr. "Wir sind zuversichtlich, dass die Behörden zustimmen, weil ein dritter starker Spieler den Wettbewerb in Deutschland im Sinne der Kunden fördert", sagte Schuster der "Bild"-Zeitung (Montag). Die Handy-Tarife würden nach der milliardenschweren Übernahme nicht erhöht. Bei der Fusion droht Widerstand vom Bundeskartellamt. "Die Verringerung von vier auf drei Anbieter ist wettbewerbsrechtlich alles andere als ein Selbstläufer, zumal gerade E-Plus in der Vergangenheit beim Preiswettbewerb besonders aktiv war", sagte Bundeskartellamts-Präsident Andreas Mundt vergangene Woche der Nachrichtenagentur dpa gesagt.

Börsen quittieren Löscher-Rauswurf mit Wohlwollen

München (dpa) - Der erzwungene Abgang von Siemens-Chef Peter Löscher wird an den Börsen mit einigem Wohlwollen aufgenommen. Abseits des Dramas um den Rauswurf erholte sich am Montag der Aktienkurs des Münchner Industriegiganten ein Stück vom Schock der Gewinnwarnung, die am vergangenen Donnerstag das vorzeitige Ende der Karriere Löschers bei Siemens eingeläutet hatte. Der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns hatte sich am Wochenende nach langen Beratungen auf die vorzeitige Ablösung des Österreichers geeinigt und die für diesen Mittwoch geplante Abwahl in einer knappen Pflichtmitteilung verbreitet. Aus gut informierten Kreisen wurde berichtet, dass Finanzvorstand Joe Kaeser Löschers Nachfolge an der Siemens-Spitze übernehmen soll. Der Konzern schweigt dazu.

China will Schulden in den Griff bekommen - Landesweite Buchprüfung

Peking (dpa) - Aus Angst vor einer gefährlichen Finanzkrise will China seinen Schuldenberg endlich besser in den Griff bekommen. Nach Warnungen vor der hohen und undurchsichtigen Verschuldung seiner Kommunen hat Regierungschef Li Keqiang "dringend" eine landesweite Buchprüfung in Auftrag gegeben. Experten des Rechnungshofes werden eiligst in die Provinzen entsandt, um die ausufernden Schulden lokaler Regierungen unter die Lupe zu nehmen. Internationale Ratingagenturen warnen seit Monaten vor den Risiken durch den unkontrollierten Kreditboom in der zweitgrößten Volkswirtschaft. Der Premier räumt dem Vorhaben höchste Priorität ein: Der Rechnungshof musste andere Projekte aufschieben, um die Erhebung sofort einzuleiten, berichteten Staatsmedien am Montag.

Wirtschaft fordert mehr Kontrollen gegen Markenfälschung

Berlin (dpa) - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) dringt auf ein schärferes Vorgehen gegen Produktpiraterie und Fälscherbanden. Diese hätten gerade in der Ferienzeit Hochkonjunktur, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag). Die Verletzung geistiger Eigentumsrechte schädige allein die deutsche Wirtschaft um über 50 Milliarden Euro jährlich. Gefälschte Produkte stammten meist aus China oder Vietnam, kämen aber auch aus Indien, Thailand und der Türkei nach Deutschland. Die Palette gefälschter Artikel reiche von der Motorsäge für den Heimwerker bis zu Potenzpillen.

Deutsche Aktien gewinnen zum Wochenauftakt

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat zum Auftakt einer ereignisreichen Woche mit Zentralbanktreffen und wichtigen Konjunkturdaten moderat zugelegt. Am frühen Montagnachmittag stand der Dax 0,31 Prozent höher bei 8270 Punkten. Anfängliche Gewinne von knapp einem Prozent hatte der deutsche Leitindex bereits im frühen Handel größtenteils abgegeben. Für den MDax ging es um 0,50 Prozent auf 14 279 Punkte nach oben, und der TecDax legte um 0,41 Prozent auf 991 Punkte zu. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,39 Prozent von 1,37 Prozent am Freitag. Für den Kurs des Euro ging es leicht nach oben. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3270 (Freitag: 1,3260) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7536 (0,7541) Euro.