München (dpa) - MAN hat weiter mit der schwachen Weltwirtschaft zu kämpfen. Noch immer laufen die Geschäfte des Lastwagenbauers nicht rund. Das wird weitere Stellen kosten.

Die schwächelnde Weltwirtschaft hat den Münchner Lastwagen- und Maschinenbauer MAN weiter im Griff. Auch die Prognose für das restliche Jahr sieht nach wie vor eher düster aus. "Leider sehen wir noch immer keine nennenswerte Erholung der Weltwirtschaft", sagte der Chef der VW-Tochter, Georg Pachta-Reyhofen, am Dienstag in München. Immerhin: Das zweite Quartal lief für MAN besser als der durchwachsene Jahresauftakt.

Allerdings drückte erneut ein Sondereffekt auf die Bilanz: Für ein Kraftwerksgeschäft musste das Unternehmen erneut Geld zur Seite legen. Diese Rückstellung in Höhe von 146 Millionen Euro ließ den operativen Gewinn zwischen April und Juni deutlich von 219 auf 72 Millionen Euro zusammenschrumpfen. Der Umsatz wuchs leicht auf 3,99 Milliarden Euro. Unter dem Strich war der Verlust im zweiten Quartal mit 41 Millionen Euro nicht mehr so tiefrot wie im Vorjahreszeitraum. Da lag das Minus bei 88 Millionen Euro.

Die Auftragslage entspannte sich im zweiten Quartal leicht. In der Lkw-Sparte erholte sich vor allem das wichtige Brasiliengeschäft, in Europa gingen die Bestellungen der Spediteure im zweiten Quartal weiter zurück. Der Juli sei aber bereits besser gelaufen. "Da ist Licht im Tunnel", befand MAN-Nutzfahrzeug-Chef Anders Nielsen. Auch im Maschinenbau ging es im zweiten Quartal wieder leicht aufwärts. An der nicht gerade rosigen Prognose für das verbleibende Jahr hält Pachta-Reyhofen aber fest.

Der Umsatz werde allenfalls auf Vorjahresniveau erwartet, die Umsatzrendite, die das Verhältnis von Umsatz zu operativen Gewinn ausdrückt, wird hingegen wohl deutlich unter der von 2012 liegen. Der Gewinn wird demnach im Gesamtjahr deutlich zusammenschrumpfen. Vor allem die schwache Weltwirtschaft lasse viele Kunden vor Investitionen, etwa in neue Schiffe, zurückschrecken. Langfristig rechnet MAN aber weiter mit einem deutlichen Wachstum und setzt dabei vor allem auf den stetig wachsenden Transportbedarf.

Trotzdem will die VW-Tochter weiter kräftig sparen. Auch die Mitarbeiterzahl wird weiter sinken. Der Personalabbau werde weiter gehen, sagte Pachta-Reyhofen, ohne Zahlen zu nennen. MAN will dabei vor allem freiwerdende Stellen nicht mehr besetzen. Zudem setzt der Hersteller noch immer nach Bedarf auf Kurzarbeit an einigen Standorten. MAN beschäftigt weltweit knapp 54 000 Mitarbeiter.