Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag nach positiv aufgenommenen Konjunkturdaten und einer Flut von Unternehmenszahlen zugelegt. Zentrales Thema war jedoch der Kurseinbruch der K+S-Aktien.

Der deutsche Leitindex stand zuletzt 0,42 Prozent höher bei 8293 Punkten. Für den MDax ging es um 0,70 Prozent auf 14 364 Punkte nach oben, und der TecDax stieg um 0,57 Prozent auf 994 Punkte. Die europäischen Börsen zeigten sich ebenfalls freundlich: Der Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,73 Prozent auf 2762 Punkte.

Das Marktforschungsunternehmen Gfk hatte vor dem Handelsstart den siebten Anstieg der Verbraucherstimmung in Folge gemeldet. Dem gegenüber standen auf der Unternehmensseite weniger Licht, und überwiegend Schatten. Neben einem Reigen von Quartalsberichten gerieten die Aktien des Dünger- und Salzproduzenten K+S in den Fokus, nachdem der russische Fördergigant Uralkali mit dem Ausstieg aus einer wichtigen Vertriebsallianz für einen Paukenschlag gesorgt hatte.

Damit schürt Uralkali die Angst vor einem Preiskrieg in der Branche. Die Papiere von K+S brachen daraufhin zeitweise um mehr als 25 Prozent ein. Zuletzt notierten sie mit minus 20,84 Prozent abgeschlagen am Dax-Ende. Einen Kursrutsch gab es auch im MDax. Rheinmetall rauschten um 12,64 Prozent nach unten. Der Autozulieferer und Rüstungskonzern hatte am Vorabend die Ziele für das Rüstungsgeschäft gesenkt. Ein Börsianer sprach von einer "massiven Gewinnwarnung".

Verluste gab es ebenfalls bei den Titeln der Deutschen Bank. Sie büßten 4,36 Prozent ein. Der Finanzkonzern hatte auch wegen hoher Rückstellungen für Rechtsrisiken einen Ergebnisrückgang im zweiten Quartal gemeldet. Linde sorgte mit den Zahlen für das abgelaufene Quartal hingegen für gute Stimmung bei seinen Aktionären. Die Papiere des Industriegase-Spezialisten zogen als einer der Favoriten im Dax um 1,78 Prozent an.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,39 Prozent am Vortag auf 1,37 Prozent. Der Rentenindex Rex büßte um 0,02 Prozentpunkte auf 133,83 Punkte ein. Der Bund Future verlor 0,04 Prozent auf 142,41 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3284 (Montag: 1,3270) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7528 (0,7536) Euro.