Kairo (dpa) - Dem gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi geht es nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton gut. Er habe außerdem Zugang zu Informationen in Form von Fernsehen und Zeitungen, sagte sie am Dienstag in Kairo.

"Wir hatten ein zweistündiges Gespräch, ein freundliches und offenherziges Gespräch", sagte Ashton. Sie überbringe außerdem Grüße des Ex-Präsidenten an seine Familie. Zu den konkreten Inhalten der Unterredung machte sie keine Angaben.

In der Nacht zuvor hatte Ashton den islamistischen Politiker in seiner Haft an einem unbekannten Ort getroffen. "Ich habe die Einrichtung gesehen, aber ich weiß nicht, wo sie ist", sagte Ashton.

Die neuen ägyptischen Machthaber gewährten Ashton als erster Politikerin aus dem Ausland Zugang zu Mursi. Nach ägyptischen Medienberichten war die EU-Politikerin mit einem Militär-Hubschrauber zum Aufenthaltsort Mursis geflogen worden.

Das Militär hält den gestürzten Präsidenten seit dem 3. Juli an einem unbekannten Ort fest. Bislang durfte er nicht einmal einen Anwalt empfangen. Erst am letzten Freitag war gegen ihn Anklage erhoben worden, wegen Landesverrats im Zusammenhang mit einem Gefängnisausbruch während der Revolution 2011.

Ashton hatte am Vortag in Kairo die politische Führung des Landes getroffen, darunter den Übergangspräsidenten Adli Mansur und den Armeekommandeur Abdel Fattah al-Sisi, sowie Vertreter von politischen Bewegungen und der Muslimbruderschaft, aus deren Reihen Mursi kommt. Wie sie auf der Pressekonferenz am Dienstag sagte, wolle die EU "niemandem etwas aufzwingen". Brüssel sei aber bereit zu helfen, wenn dies erwünscht ist, so etwa bei der Beobachtung von Wahlen.