Washington (dpa) - John Kerry war nicht die erste Wahl für den Job des US-Außenministers. Zunächst wollte Präsident Barack Obama seine UN-Botschafterin Susan Rice.

Doch weil sich die Republikaner querlegten, brachte er den 69-jährigen ehemaligen Präsidentschaftskandidaten ins Spiel.

Geboren am 11. Dezember 1943, wuchs der Diplomatensohn teilweise im Ausland auf. Während sein Vater nach 1945 US-Diplomat in Berlin war, besuchte er ein Privatinternat in der Schweiz. In den Ferien erkundete der junge Kerry mit dem Fahrrad die geteilte Stadt. Nach einem unerlaubten Ausflug in den russischen Sektor, habe es daheim Hausarrest gegeben, erzählt Kerry Jahrzehnte später.

Nach dem Studium an der amerikanischen Elite-Universität Yale, wurde der 1,93 Meter große als Marine-Soldat in den Vietnam-Krieg geschickt. Mehrfach verwundet und hoch dekorierte, setzte sich der Demokrat später gegen den Krieg in Ostasien ein.
 
2004 unterlag der Jurist dem damaligen Amtsinhaber George W. Bush im Rennen um die US-Präsidentschaft. Der Katholik aus dem Ostküstenstaat Massachusetts gilt in Washington als Freund Europas.

Der Lösung des Nahost-Konflikts hat Kerry zur Überraschung
vieler Vorrang eingeräumt - zu gering erscheinen Skeptikern die Aussichten auf einen Erfolg. Mit einer Mischung aus Beharrungsvermögen, Überredungskünsten und Druck beendete Kerry seine Pendeldiplomatie zumindest mit einem Teilerfolg. Erstmals seit September 2010 sitzen Unterhändler Israels und der Palästinenser wieder an einem Verhandlungstisch.

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