Washington (dpa) - Bei der bislang größten Razzia im Kampf gegen Kinderprostitution in den USA hat das FBI mehr als 100 Kinder und Jugendliche aus dem Griff von Zuhältern befreit.

Während der dreitägigen "Operation Cross Country" hätten Fahnder 159 mutmaßliche Zuhälter festgenommen und 105 Opfer im Alter zwischen 13 und 17 Jahren in Sicherheit gebracht, meldete die US-Ermittlungsbehörde am Montag (Ortszeit). Mindestens ein Kind, das jüngste, sei ersten Erkenntnissen zufolge von seinem Vater zur Prostitution gezwungen worden.

Die "Operation Cross Country" habe auf Orte abgezielt, an denen vor allem Mädchen als Prostituierte arbeiteten, sagte der zuständige FBI-Ermittler Ron Hosko. "Das beinhaltet Straßenzüge, Lkw-Raststätten, Motels, Kasinos, Internetseiten, Plattformen für soziale Medien und dergleichen."

Die Kinder stammen meist aus Waisenhäusern oder Pflegefamilien. Die mutmaßlichen Zuhältern seien teils allein handelnde Täter, teils Mitglieder organisierter Banden. Bei den Razzien in 76 US-Städten - unter anderem Atlanta, San Francisco, Los Angeles, Las Vegas, Detroit und Philadelphia - stellten die Ermittler auch Bargeld, Drogen und Waffen sicher.

Die dreitägige Aktion ist die jüngste einer vor zehn Jahren begonnenen FBI-Spezialermittlung zum Kampf gegen die Kinderprostitution. Bislang wurden dabei nach FBI-Angaben mehr als 2700 Opfer in Sicherheit gebracht und rund 1350 Täter verurteilt, 10 lebenslänglich. Die Ermittlungen dauerten an, sagte FBI-Ermittler Hosko. "Die jüngste Aktion ist eine Erinnerung daran, dass diese schrecklichen Verbrechen überall passieren können."

FBI-Mitteilung