Barcelona (SID) - Der Negativtrend des deutschen Schwimm-Teams bei der WM in Barcelona hat sich auch am dritten Wettkampftag im Palau Sant Jordi fortgesetzt. Der mit leichten Medaillenhoffnungen gestartete Hendrik Feldwehr, immerhin WM-Vierter von 2011, scheiterte auf seiner Paradestrecke 50 m Brust in 27,59 Sekunden als enttäuschender 17. bereits im Vorlauf. Hätte der Essener seine Saisonbestzeit (27,47) von der DM Ende April bestätigt, wäre er auf Platz elf locker ins Halbfinale eingezogen.

"Das Ziel war ganz klar das Finale, es gibt keine Ausreden. Ich bin gesund, mir tut nichts weh", sagte der deutsche Meister sichtlich enttäuscht. Eine Erklärung für seine Leistung habe er nicht: "Ich habe keine Ahnung, woran es gelegen hat. Ich habe keine groben Schnitzer bemerkt, ich wollte nicht pokern."

Feldwehrs Aus war auch deshalb überraschend, weil er bei seinem zehnten Platz im Halbfinale über die doppelte Distanz am Sonntag als einer der wenigen DSV-Athleten einen guten Eindruck hinterlassen hatte.

Überhaupt keine Chance auf den Einzug in die nächste Runde hatte die Münchnerin Alexandra Wenk als 28. über 200 m Freistil (2:01,60). Auch die 18-Jährige, die zuvor bereits über 200 m Lagen als 22. früh ausgeschieden war, blieb deutlich über ihrer DM-Zeit und war total bedient. "Ich kann nur die Brille an die Wand klatschen und sagen: Ihr könnt mich alle mal! Aber das bringt auch nichts", sagte Wenk.

Wie enttäuschend ihre Leistung war, zeigt ein Vergleich: Franziska van Almsick war vor 21 Jahren bei Olympia in Barcelona bei ihrem zweiten Platz über 200 m Freistil ganze 3,6 Sekunden schneller gewesen. "Es gibt eine Menge Arbeit", sagte ARD-Expertin van Almsick zu den bislang größtenteils desolaten Leistungen der deutschen Beckenschwimmer bei den Titelkämpfen.

Das trifft auch auf die Freistilschwimmer Sören Meißner (Würzburg) und Martin Grodzki (Berlin) zu, die auf den Platzen 13 und 20 über 800 m Freistil das Finale verpassten und jeweils über ihrer Saisonbestzeit blieben.