Köln (SID) - Provokation für Wladimir Putin: Homosexuelle planen am Tag vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi (7. bis 23. Februar) eine Christopher Street Day Parade in dem Schwarzmeerort. Durch eine solche Veranstaltung, die 2013 in Köln fast eine Million Menschen auf die Straße gelockt hatte, soll laut dem Moskauer CSD-Aktivisten Nikolai Aleksejew geprüft werden, wie weit die Zusicherung von Kreml-Chef Putin ernst zu nehmen ist, dass homosexuelle Besucher der Winterspiele Freizügigkeit genießen.

Putin, der am 30. Juni ein international heftig kritisiertes Gesetz zum Verbot von Homosexuellen-Propaganda unterzeichnet hatte, sicherte dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) inzwischen zu, dass homosexuelle Olympiateilnehmer und Gäste davon nicht betroffen seien. Das bestätigte das IOC am Sonntag: "Das IOC hat von höchster Regierungsstelle in Russland Zusicherungen erhalten, dass das Gesetz diejenigen, die an den Spielen teilnehmen, nicht betreffen wird." Doch Russlands Homosexuellen-Aktivisten sind alles andere als beruhigt.

Witali Milonow, Autor des dem Bundesgesetz vorausgegangenen "Propaganda"-Gesetzes in St. Petersburg, sagte russischen Medien, eine solche Zusage könne nicht von der Regierung gemacht werden, sondern bedürfe der Zustimmung des Parlaments. Eine entsprechende Abstimmung sei allerdings unwahrscheinlich.

Bereits zuvor hatte das IOC erklärt, es werde darauf "hinarbeiten", dass die Spiele "ohne Diskriminierungen gegenüber Athleten, Offiziellen, Zuschauern und Medien" abgehalten werden können. Sport sei ein "Menschenrecht", das "jedem offen stehen sollte, unabhängig von seiner Rasse, seinem Geschlecht oder seiner sexuellen Orientierung".