Frankfurt (dpa) - Die fortgesetzte lockere Geldpolitik der Notenbanken beiderseits des Atlantiks sowie gute Konjunkturdaten haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag angetrieben. Der Dax eroberte die 8400er-Marke zurück und beendete den Handel mit einem Zugewinn von 1,63 Prozent bei 8410,73 Punkten.

Für den MDax ging es um 1,54 Prozent auf 14 573,20 Punkte hinauf, und der TecDax schloss erstmals seit November 2007 wieder über der 1000-Punkte-Marke und legte um 0,77 Prozent auf 1004,41 Punkte zu.

Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ den Leitzins im Euroraum wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent, und die US-Notenbank Fed setzt ihre milliardenschweren Anleihekäufe zunächst unvermindert fort, bis sich die Lage am Arbeitsmarkt substanziell verbessert hat. "Billiggeldversprechen in Europa und den USA sowie positive US-Konjunkturdaten treiben den DAX weiter Richtung Rekordhoch", sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. "Selbst warnende Stimmen zyklischer Unternehmen können den Markt derzeit nicht stoppen." Im Euroraum hatte sich indes die Stimmung in den Führungsetagen der Industrieunternehmen weiter aufgehellt. Zudem kamen deutlich besser als erwartete Einkaufsmanagerdaten aus den USA.

ThyssenKrupp kletterten als einer der besten Dax-Werte trotz einer Gewinnwarnung des weltgrößten Stahlkonzerns ArcelorMittal um 2,66 Prozent nach oben. Einem Börsianer zufolge achtete der Markt weniger auf die nicht sonderlich überraschende Warnung, sondern vor allem auf die eher positiven Konzernaussagen für das zweite Halbjahr. Die Commerzbank-Titel gewannen an der Dax-Spitze sogar 4,42 Prozent. Händler verwiesen auf das freundliche Sektorumfeld für Banken. So hatten die französische Societe Generale und der britische Finanzkonzern Lloyds die Anleger mit ihren Zahlen überzeugt.

Für die Aktien von BMW ging es hingegen um 0,79 Prozent nach unten. Die Absatzflaute in Europa hat den Autobauer im zweiten Quartal belastet. Nur die Papiere des Autozulieferers Continental verloren am Dax-Ende trotz guter Resultate mit 0,84 Prozent noch stärker. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen nach dem jüngst starken Lauf der Aktien.

Als bester MDax-Wert stiegen die Titel von Metro um 8,47 Prozent auf 28,110 Euro. Damit kosten sie soviel wie zuletzt im Frühjahr 2007. Analysten werteten das bereinigte operative Betriebsergebnis sowie die Entwicklung der Cash & Carry-Märkte positiv.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 gewann zum Handelsschluss um 1,46 Prozent auf 2808,64 Punkte. Auch der Cac 40 in Paris sowie der "Footsie" in London schlossen fest. Der New Yorker Dow Jones stand zum europäischen Börsenschluss deutlich im Plus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,39 Prozent am Vortag auf 1,32 Prozent, wie die Deutsche Bundesbank in Frankfurt mitteilte. Der Rentenindex Rex stieg um 0,34 Prozentpunkte auf 134,09 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,21 Prozent auf 142,51 Punkte. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3236 (Mittwoch: 1,3275) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7555 (0,7533) Euro.