Düsseldorf (dpa) - Der Handelsriese Metro kämpft mit weiteren Preissenkungen bei Unterhaltungselektronik und Lebensmitteln aggressiv um die Gunst der Kunden. Der Konzern hielt in den ersten sechs Monaten 2013 seinen Umsatz in den fortlaufenden Geschäften stabil.

Daran hatten Media Markt und Saturn großen Anteil, deren Kassen etwas kräftiger klingelten als vor einem Jahr, obwohl damals die Fußball-EM und digitale Satellitentechnik deutlichen Rückenwind brachten. Der operative Verlust von Media-Saturn stieg aber deutlich - auch weil die Industrie weniger Zuschüsse für Werbekosten zahlte.

Deutschlands größter Handelskonzern erzielte im Halbjahr ein ausgeglichenes Ergebnis. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres war wegen umfangreicher negativer Sondereffekte ein Verlust von 105 Millionen Euro verbucht worden. Der Konzernumsatz sank um 2,3 Prozent auf 30,8 Milliarden Euro. Bereinigt um den Verkauf von Real Osteuropa, die Abgabe des Großhandelsgeschäftes in Großbritannien und den Rückzug von Media Markt aus China blieb der Umsatz konstant. Die Stammaktie, die bis zum Nachmittag um mehr als sieben Prozent kletterte, war bester MDax-Wert.

"Die verfügbaren Einkommen und die Kaufkraft unserer Kunden waren nahezu überall in Europa durch staatliche Sparmaßnahmen weiterhin belastet", erklärte Metro-Chef Olaf Koch. Der Düsseldorfer Konzern mache aber wesentliche Fortschritte beim Ausbau des Online-Geschäftes und beim Konzernumbau. Insbesondere Media-Saturn gewinne Marktanteile hinzu. In Europa laufe ein Konsolidierungswelle im Elektronikhandel. Durch Ausverkäufe seien die Preise in einigen Ländern besonders unter Druck. Media-Saturn interessiere sich aber nicht für ProMarkt-Filialen, hieß es.

Unter den Metro-Töchtern erzielten in den ersten sechs Monaten 2013 vor allem der dominierende Metro-Großhandel für Gewerbetreibende und die Immobiliensparte operativ Gewinnzuwächse. Die Supermarktkette Real steigerte zwar auch ihren operativen Gewinn - jedoch nur dank eines erheblichen Effekts aus dem Verkauf des Osteuropageschäftes. Real wurde laut Metro-Vorstand empfindlich von Warnstreiks gestört. Die Supermarktkette senkte bei rund 2000 Produkten die Preise.

Dagegen stieg bei Media-Saturn der operative Halbjahresverlust um fast ein Drittel auf 104 Millionen Euro. Auch bei der Warenhauskette Kaufhof wuchs der operative Verlust, weil Vorsorge für das Schließen von drei Häusern in Düsseldorf, Heilbronn und Augsburg getroffen wurde. Bei Kaufhof und Real erhalten mehr als 55 000 Mitarbeiter schon vor einem Tarifabschluss im Einzelhandel 2,5 Prozent mehr Geld.

Die Pleite der Baumarktkette Praktiker betrifft auch die Metro, weil sie Vermieter von 40 Praktiker-Baumärkten in Deutschland ist. In der Halbjahresbilanz des Konzerns wurde deshalb eine Rückstellung in zweistelliger Millionenhöhe gebildet.

Die künftigen Geschäftsjahre der Metro AG werden jeweils am 1. Oktober beginnen. Damit steht das wichtige Weihnachtsgeschäft, in dem der Handelsriese den Großteil seiner Gewinne einfährt, am Anfang. Der Vorstand erhofft sich von dieser Umstellung eine bessere Planbarkeit. Außerdem fallen Inventuren dann nicht mehr im Weihnachtstrubel an.

Halbjahresbericht