München (dpa) - Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 profitiert weiter kräftig vom Ausbau der Geschäfte abseits des klassischen Fernsehens. Der Münchner RTL-Rivale konnte im zweiten Quartal wieder zulegen - dank der wachstumstreibenden Digitalsparte.

Inzwischen machen die Geschäfte im Internet fast ein Fünftel des Gesamtumsatzes aus. Der TV-Konzern investiert etwa in die Entwicklung von Online-Plattformen wie den YouTube-Herausforderer MyVideo oder Internet-Spiele, um sich unabhängiger von den konjunkturabhängigen Werbemärkten zu machen.

Mit dem gut laufenden Digitalgeschäft kommt Konzernchef Thomas Ebeling auch seinem Ziel, bis zum Jahr 2015 zusätzlich 600 Millionen Euro Umsatz zu schaffen, mit Riesenschritten näher. "Davon haben wir bis zum Ende des zweiten Quartals 2013 bereits 72 Prozent erreicht. Mit unserer Strategie haben wir den Grundstein für nachhaltiges Wachstum der ProSiebenSat.1 Group gelegt", sagte Ebeling am Donnerstag in München.

Unter dem Strich verdiente das Unternehmen im zweiten Quartal 90,7 Millionen Euro, 26,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz der Sendergruppe kletterte, getrieben von der stark wachsenden Digitalsparte, um 11,4 Prozent auf 624,8 Millionen Euro. Während im TV-Geschäft die Erlöse um 2,4 Prozent auf 486,7 Millionen Euro zulegten, stiegen die Umsätze mit den digitalen Geschäften erneut kräftig um 65,5 Prozent auf 112,6 Millionen Euro. Damit steht die Sparte inzwischen für 18 Prozent des Gesamtumsatzes des Konzerns.

Angesichts der Zahlen gibt sich der Konzernchef für die kommenden Monate ein klein wenig zuversichtlicher. Beim Umsatz rechnet das Unternehmen jetzt mit einem Plus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Bislang hatte er ein Wachstum zwischen etwa vier und sechs Prozent in Aussicht gestellt. Ebeling geht davon aus, dass die Rekordzahlen aus dem Vorjahr in 2013 übertroffen werden.

Auch Börsianer schienen erfreut über die Zahlen: Die im MDax gehandelte Vorzugsaktie von ProSiebenSat.1 stieg am Vormittag um knapp fünf Prozent. Auch im kommenden Monat wird sich für ProSiebenSat.1 an der Börse einiges tun: In der vergangenen Woche hatte die Hauptversammlung die Umwandlung der nicht stimmberechtigten, an der Börse gehandelten Vorzugsaktien in stimmberechtigte Stammaktien beschlossen.

Künftig sind dann alle Anteilseigner stimmberechtigt und alle Aktien sollen an der Börse gehandelt werden. Damit schrumpft der Einfluss der Finanzinvestoren KKR und Permira auf unter 50 Prozent. Zudem haben es die Großaktionäre dann in Zukunft leichter, sich von ihren Anteilen an dem TV-Sender zu trennen.

Ob und wie schnell sich die beiden Unternehmen von ihren Aktien trennen wollen, ist offen. Über einen kompletten Ausstieg der beiden wird seit langem spekuliert. Dabei war auch ein kompletter Verkauf des Fernsehkonzerns Thema, doch fand sich kein Medienhaus, das angesichts der hohen Kosten eine Übernahme wagen wollte.

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ProSiebenSat.1 Mitteilung