Berlin (dpa) - SPD und Grüne können einer neuen Umfrage zufolge etwas zulegen. Anders als der ARD-Deutschlandtrend" ermittelte das am Freitag veröffentlichte ZDF-"Politbarometer", dass Union und FDP daher derzeit keine eigene Mehrheit mehr haben.

Da SPD (27 Prozent) und Grüne (14 Prozent) jeweils einen Punkt dazugewinnen und die Linke wie bisher bei 7 Prozent liegt, kommt das Oppositionslager auf 48 Prozent. Die Union verliert einen Punkt auf 40 Prozent, die FDP bleibt konstant bei 5 Prozent. Somit kommt Schwarz-Gelb auf 45 Prozent. Der "Deutschlandtrend" ermittelte hingegen für Union und FDP in dieser Woche 47 Prozent - für SPD, Grüne und Linke 46 Prozent.

Damit deutet sich für die Bundestagswahl am 22. September ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen an. Wenn es für Schwarz-Gelb oder Rot-Grün nicht reicht, plädieren 58 Prozent der für das ZDF-"Politbarometer" Befragten für eine große Koalition, 30 Prozent sind für Schwarz-Grün. Rot-Rot-Grün ist die am wenigsten von den Bürgern gewollte Variante, ermittelte die Umfrage. Allerdings hat die SPD-Spitze ein Bündnis mit der Linken ohnehin ausgeschlossen.

Im theoretischen Falle einer Direktwahl kann SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im Vergleich zum Juli den Abstand zu Kanzlerin Angela Merkel (CDU) etwas verkürzen - liegt aber nach wie vor weit hinter ihr. Steinbrück kommt nun auf 31 Prozent (plus 2), Merkel liegt bei 60 Prozent (minus zwei). Eine Klatsche gibt es hingegen für Sigmar Gabriel: Erstmals im Politbarometer wird ein SPD-Vorsitzender von den Befragten nicht mehr zu den zehn wichtigsten Politikern gerechnet.