Barcelona (SID) - Team-Weltmeisterin Isabelle Härle will sich aus dem Becken verabschieden und auf das Schwimmen im Meer spezialisieren. "Es wird auf Freiwasser hinauslaufen", sagte die 25-Jährige aus Essen, die bei der WM in Barcelona als 18. über 800 m Freistil ausschied. Im Hafen Port Vell hatte sie zusammen mit Rekordweltmeister Thomas Lurz und Christian Reichert Mannschafts-Gold gewonnen und über fünf Kilometer als Fünfte nur um 1,5 Sekunden Bronze verpasst.

"Ich habe das Gefühl, ich bin leer", sagte Härle, nachdem sie in enttäuschenden 8:36,83 Minuten viereinhalb Sekunden über ihrer DM-Zeit geblieben war. "Vielleicht war es einfach zu viel", meinte sie, "es ist frustrierend, scheiße."

Zum Freiwasserschwimmen war die Langstreckenspezialistin erst kurz vor der WM 2011 in Shanghai gekommen, nachdem sie im Becken die Qualifikation verpasst hatte. Bundestrainer Stefan Lurz rief sie an, Härle holte sich bei der DM in Rostock ein WM-Ticket und gewann als Team-Dritte sofort ihre erste Medaille.

Für die Olympischen Spiele in London reichte es aber nicht mehr, weil die Startplätze über zehn Kilometer schon vergeben waren. Über 800 m Freistil scheiterte sie an der Olympia-Norm. Die Freiwasser-Tickets für Rio 2016 werden bei der WM in zwei Jahren in Kasan/Russland ausgeschwommen. Schon in diesem Jahr hatte sich Härle über ihre ersten beiden Weltcup-Rennen für die olympische Distanz in Barcelona qualifiziert, verzichtete aber wegen ihrer Doppelbelastung auf den Start und konzentrierte sich auf die fünf Kilometer und den Teamwettbewerb - mit Erfolg.