Budapest (dpa) - Peter Joppichs Jagd nach dem fünften WM-Einzeltitel endete jäh. Und mit einer bitteren Erkenntnis: "Du verlierst und bist draußen."

Ja - der Florett-Europameister war beim Weltchampionat von Budapest ganz früh draußen, weil er schon unter den besten 32 gegen den Ukrainer Rostyslaw Herzyk verlor und nur 19. wurde. Herzyk, WM-Siebter von 2010, besiegte den Koblenzer mit 15:11.

Sebastian Bachmann vom FC Tauberbischofsheim verpasste eine Medaille um einen Treffer. Der Olympia-Dritte mit dem Team von London verlor im dramatischen Viertelfinale 14:15 gegen den US-Amerikaner Miles Chamley-Watson, WM-Fünfter von Paris 2010. Dabei hatte Bachmann schon 10:3, 12:7, 13:10 und 14:13 geführt. Bachmann besiegte zuvor den Österreicher Dominik Wohlgemuth (15:5), den britischen EM-Dritten James-Andrew Davis (15:11) und den Südkoreaner Son Young-Ki mit 15:11.

Der 30-jährige Joppich hatte gegen Herzyk bereits 3:0 geführt, dann aber den Faden fast völlig verloren. Seine Analyse: "Im mittleren Teil habe ich ziemlich viele Treffer abgeholt." Damit bleibt es dabei: Der Deutsche muss ein Jahr länger warten, um den Sowjetrussen Alexander Romankow einzuholen, der mit fünf Titeln die Florett-Erfolgsliste bei Weltmeisterschaften anführt.

Bei Joppich waren am Morgen in der Syma-Halle von Budapest Parallelen zur Saison 2010/2011 erkennbar. 2011 trat er in Catania auf Sizilien als Weltmeister von Paris 2010 an, drang bis in das Achtelfinale vor, um dort nach einer 11:6-Führung noch 14:15 gegen den kessen US-Amerikaner Race Imboden zu verlieren.

Doch schon in den bitteren Minuten nach der Niederlage gegen Herzyk richtete Joppich den Blick wieder nach vorn: Am Montag will er zusammen mit Bachmann, Marius Braun und Johann Gustinelli im Team angreifen.

Zusammen waren sie vor sieben Wochen in Zagreb Europameister - und das verpflichtet, wenngleich sich Joppich mit Erfolgsprognosen zurückhielt: "Erstmal muss ich den Tag verdauen. Und im Mannschaftswettbewerb sollten wir nicht zu viel erwarten."

Der Bonner Braun schied in Durchgang eins gegen den Franzosen Jeremy Cadot aus (6:15) und belegte Platz 36. WM-Neuling Gustinelli (Tauberbischofsheim) führte zwar gegen den Japaner Daiki Fujino schon mit 7:2 und 8:4, verlor aber am Ende dennoch mit 9:15 und wurde im Schlussklassement an Position 49 geführt.

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