Berlin (dpa) - Die ehemaligen Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher und Wolfgang Schäuble haben angebliche Forderungen zum Doping-Einsatz während ihrer Amtszeiten bestritten.

In der Studie "Doping in Deutschland von 1950 bis heute" hatten Forschergruppen aus Berlin und Münster unter anderem FDP-Politiker Genscher vorgeworfen, Druck auf Sportmediziner ausgeübt haben. Solche Vorwürfe empfinde er als verletzend, sagte der 86-Jährige der "Süddeutschen Zeitung". "Das gilt umso mehr, als ich stets für einen sauberen Sport eingetreten bin und ein Anti-Doping-Gesetz seit langem für notwendig halte", erklärte Genscher, Innenminister von 1969 bis 1974, weiter.

Auch Schäuble, der von 1989 bis 1991 sowie von 2005 bis 2009 Innenminister war, sieht keinen Anlass für solche Vorwürfe: "Mir ist aus meinen beiden Amtsperioden als Bundesinnenminister persönlich nichts bekannt in Zusammenhang mit staatlicher Unterstützung oder Duldung von Sport-Doping", sagte der CDU-Politiker dem "Focus".

Der Abschlussbericht der Doping-Studie war am vergangenen Montag nach heftiger Debatte durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft als Auftraggeber veröffentlicht worden. Er war Hunderte Seiten kürzer als der Zwischenbericht, der etwa 800 Seiten umfasst. Die Studie bestätigte das Bild einer staatlich geduldeten und von Steuergeldern finanzierten Doping-Forschung in der Bundesrepublik.

Abschlussbericht der Studie beim BISp