Budapest (dpa) - Es war ein ganz bitteres Aus gegen den Titelverteidiger: Das deutsche Herrensäbelteam ist bei der Fecht-WM in Budapest im hochdramatischen Viertelfinale mit 43:45 an Russland gescheitert.

Die Florettdamen mit Einzel-Silbermedaillengewinnerin Carolin Golubytskyi erlebten beim 39:40 nach Verlängerung gegen den Weltranglistenneunten China eine Pleite und mussten in die Trostrunde um die Plätze neun bis 16.

Sportdirektor Sven Ressel befand den Auftritt von Golubytskyi und Co. als "komisch" und kommentierte das Abschneiden mit einem einzigen weiteren Wort: "Enttäuschend." Die bärenstarken, aber unglücklichen Säbel-Jungs erhielten dagegen trotz der hauchdünnen Niederlage gegen die Russen ein Pauschallob Ressels: "Die Truppe ist klasse."

Das Dormagener Quartett Nicolas Limbach, Benedikt Wagner, Max Hartung und Matyas Szabo lag gegen den Olympia-Vierten zu Beginn vorn, als der WM-Sechste Hartung gegen Weltmeister Wenjamin Reschetnikow ein 5:4 vorlegte. Dann aber zog Russland, für Ressel aktuell "das Maß der Dinge", auf und davon. 30:24 stand es nach sechs Teilgefechten.

Bundestrainer-Sohn Matyas Szabo, der für den schwachen Wagner eingewechselt wurde, führte das Quartett seines Vaters Vilmos Szabo auf 31:35 heran. Der ehemalige Weltmeister Limbach zeigte anschließend gegen Reschetnikow eine Glanzleistung: Der Deutsche setzte neun Treffer, erhielt nur drei und ging 40:38 in Führung.

Dann musste Hartung zum Schlussgefecht gegen den WM-Zweiten Nikolai Kowalew ran und kassierte nach einem 42:40-Zwischenstand die entscheidenden Treffer zum 43:45 - nun wartet Deutschland schon seit 2002 (Bronze) auf eine WM-Teammedaille mit der einzigen Hieb- und Stichwaffe des Fechtens.

Die Tauberbischofsheimer Florettdamen Katja Wächter, Anne Sauer, Sandra Bingenheimer und Golubytskyi waren eigentlich deutlich auf Viertelfinalkurs. Schlussfechterin Golubytskyi führte bis zur letzten Sekunde, ehe sie den Treffer von Chen Bingbing zum 39:39 hinnehmen musste und dann den "Sudden Death" zum 39:40 nicht verhindern konnte.

Schon 2011 war Deutschland mit dieser Waffe im Achtelfinale ausgeschieden. Damals hatte es eine Pleite gegen Kanada und Rang neun als enttäuschendes Endergebnis gegeben. Letztmals hatte eine deutsche Frauenflorettmannschaft 2009 in Antalya mit Bronze eine WM-Teammedaille gewonnen.

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