Budapest (dpa) - Für Nicolas Limbach war der Sieg im "Ananas-Cup", wie der Säbelfechter die WM-Runde um die Plätze fünf bis acht titulierte, ein Erfolg der Moral.

Trotz des bitteren Ausscheidens im Viertelfinale von Budapest beim 43:45 gegen Russland ließ sich das Dormagener Quartett nicht hängen. Das 45:34 gegen die USA und das 45:40 gegen Italien brachte den Jungs von Bundestrainer Vilmos Szabo Rang fünf ein.

Aber sie hatten doch mehr gewollt. Russland indes verbaute ihnen um mickrige zwei Treffer den Weg Richtung Titel. "Es macht mich nicht traurig. Aber es tut weh, dass es wieder keine Medaille ist", kommentierte Szabo. Seit 2002 gab es mit dieser Waffe keine mehr für ein deutsches Säbelteam bei Welt-Titelkämpfen.

Für die Florettdamen um die WM-Zweite Carolin Golubytskyi hieß es schon im Achtelfinale: Stop! Zum 39:40 nach Verlängerung gegen China sagte Sportdirektor Sven Ressel schlichtweg: "Enttäuschend." Immerhin berappelte sich das Team. Das 45:29 gegen Brasilien, das 45:31 gegen die US-Girls und das 45:41 gegen Ungarn brachte wie 2011 Platz neun ein.

Die bärenstarken, aber unglücklichen Säbel-Jungs erhielten dagegen trotz der hauchdünnen Niederlage gegen die Russen ein Pauschallob Ressels: "Die Truppe ist klasse." Limbach, Benedikt Wagner, Max Hartung und Matyas Szabo lagen gegen den Olympia-Vierten zu Beginn vorn, als der WM-Sechste Hartung gegen Weltmeister Wenjamin Reschetnikow ein 5:4 vorlegte. Dann aber zog Russland, für Ressel aktuell "das Maß der Dinge", auf und davon. 30:24 stand es nach sechs Teilgefechten.

Bundestrainer-Sohn Matyas Szabo, der für den schwachen Wagner eingewechselt wurde, führte das Quartett seines Vaters Vilmos Szabo auf 31:35 heran. Der ehemalige Weltmeister Limbach zeigte anschließend gegen Reschetnikow eine Glanzleistung: Der Deutsche setzte neun Treffer, erhielt nur drei und ging 40:38 in Führung.

Dann musste Hartung zum Schlussgefecht gegen den WM-Zweiten Nikolai Kowalew ran und kassierte nach einem 42:40-Zwischenstand die entscheidenden Treffer zum 43:45 - nun wartet Deutschland schon seit 2002 (Bronze) auf eine WM-Teammedaille mit der einzigen Hieb- und Stichwaffe des Fechtens.

Die ungarischen Fans trauerten richtig. Denn ihr erhofftes Traum-Finale gegen Russland fand nicht statt, weil die Magyaren um Olympiasieger Aron Szilagyi schon unter den Top 8 gegen Rumänien (44:45) verloren und am Ende nur Siebte wurden.

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