Moskau (dpa) - Die Kenianerin Edna Kiplagat hat als erste Marathon-Läuferin ihren Titel bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften verteidigt und das erste Gold in Moskau erobert.

Die zweifache Mutter setzte sich im Hitzerennen bei etwa 30 Grad auf der 42,195-Kilometer-Distanz nach 2:25:44 Stunden vor der Überraschungszweiten Valeria Straneo aus Italien durch. Die Olympia-Achte Straneo hatte von Beginn an die Führung auf dem Marathon-Rundkurs entlang der Moskwa übernommen. Auf dem letzten Streckenabschnitt lag sie zusammen mit Kiplagat vorn, ehe die Kenianerin sie bei Kilometer 40 überholte und als Erste immer noch leichten Fußes und mit 80 Metern Vorsprung ins Luschniki-Stadion einlief. Hinter Straneo (2:25:58) holte die Japanerin Kayako Fukushi (2:27:45) Bronze. Eine deutsche Teilnehmerin war nicht am Start.

Die DLV-Medaillenhoffnungen im Stabhochsprung, Björn Otto, Raphael Holzdeppe und Malte Mohr, hatten zuvor das Zitterspiel Qualifikation schadlos überstanden. Das Trio musste lediglich 5,55 Meter überspringen und wird nun am Montagabend im Endkampf der besten Zwölf um den Titel mitspringen. Der Olympia-Zweite Otto (Köln) und der Olympia-Dritte Holzdeppe (Zweibrücken) leisteten sich je einen Fehlversuch, dem Wattenscheider Mohr reichte ein souveräner Sprung. "Das Feld ist tierisch gut, andererseits pusht das einen auch. Wenn andere hochspringen, möchte ich noch höher springen. Ich will hier mindestens Bronze", sagte Holzdeppe.

Europameister Pascal Behrenbruch aus Frankfurt legte im Zehnkampf über 100 Meter mit soliden 10,95 Sekunden los, hatte ansonsten aber einige Mühe beim Weitsprung und im Kugelstoßen. Sehr stark startete der Leverkusener Michael Schrader: Nach den ersten drei Disziplinen lag er mit 2707 Punkten hinter Olympiasieger Ashton Eaton aus den USA (2755) auf dem zweiten Platz. Behrenbruch belegte zu diesem Zeitpunkt nur Rang neun hinter Rico Freimuth aus Halle/Saale.

Im Diskusring überstand Vize-Weltmeisterin Nadine Müller aus Halle/Saale die Ausscheidung ohne Probleme. Sie übertraf mit 63,16 Metern gleich im ersten Versuch die geforderten 63 Meter. "Morgen versuche ich, zwei bis zweieinhalb Meter draufzupacken. Ich denke, das muss man für eine Medaille bringen. Ich traue es mir zu", sagte sie. Topfavoritin ist Sandra Perkovic, die mit 63,62 Metern ebenfalls überzeugte. Die Kroatin räumte 2012 bei der EM in Helsinki und bei den Olympischen Spielen in London Gold ab.

Eine Zitterpartie ohne Happy End erlebte hingegen Müllers Kollegin Julia Fischer aus Berlin. Die Freundin von Robert Harting, dem Olympiasieger und zweifachen Weltmeister im Diskusring, kam nur auf 60,09 Meter, räumte "extreme Selbstzweifel" ein und flog am Ende raus.

Offizielle WM-Seite