Moskau (dpa) - Ohne große Ausrutscher sind die deutschen Leichtathleten in die WM gestartet. Björn Otto, Raphael Holzdeppe und Malte Mohr, die Medaillenhoffnungen im Stabhochsprung, überstanden in Moskau das Zitterspiel Qualifikation schadlos.

Um Edelmetall kämpfen darf auch Diskuswerferin Nadine Müller. Im Zehnkampf zeigte Europameister Pascal Behrenbruch starke Nerven, als er nach zwei ungültigen Versuchen im Weitsprung im letzten Durchgang auf noch 7,19 Meter hinaus flog. Das Trio der Stabartisten musste im fast leeren Luschniki-Stadion lediglich 5,55 Meter überspringen und wird nun am Montagabend im Endkampf der besten Zwölf um den Titel mitspringen. Der Olympia-Zweite Otto (Köln) und der Olympia-Dritte Holzdeppe (Zweibrücken) leisteten sich je einen Fehlversuch. Der nach einigen Rückenproblemen mit fehlender Wettkampfpraxis angereiste Mohr (Wattenscheid) erreichte mit nur einem souveränen Sprung das Finale. "Das Feld ist tierisch gut, andererseits pusht das einen auch. Wenn andere hochspringen, möchte ich noch höher springen. Ich will hier mindestens Bronze", sagte Holzdeppe.

Der Frankfurter Behrenbruch legte im Zehnkampf über 100 Meter mit soliden 10,95 Sekunden los, hatte ansonsten aber einige Mühe beim Weitsprung und im Kugelstoßen. Sehr stark startete der Leverkusener Michael Schrader: Nach den ersten drei Disziplinen lag er mit 2707 Punkten hinter Olympiasieger Ashton Eaton aus den USA (2755) auf dem zweiten Platz. Behrenbruch belegte zu diesem Zeitpunkt mit 2574 Zählern nur Rang neun hinter Rico Freimuth aus Halle/Saale (2595).

Im Diskusring überstand Vize-Weltmeisterin Müller aus Halle/Saale die Ausscheidung ohne Probleme. Sie übertraf mit 63,16 Metern gleich im ersten Versuch die geforderten 63 Meter. "Morgen versuche ich, zwei bis zweieinhalb Meter draufzupacken. Ich denke, das muss man für eine Medaille bringen. Ich traue es mir zu", sagte sie. Topfavoritin ist Sandra Perkovic, die mit 63,62 Metern ebenfalls überzeugte. Die Kroatin räumte 2012 bei der EM in Helsinki und bei den Olympischen Spielen in London Gold ab. Sie führt auch die Weltbestenliste mit 68,89 Metern an.

Eine Zitterpartie ohne Happy End erlebte hingegen ihre Berliner Kollegin Julia Fischer. Die Freundin von Robert Harting, dem Olympiasieger und zweifachen Weltmeister im Diskusring, kam nur auf 60,09 Meter und bangte als Fünfte der Gruppe A vergebens lange ums Weiterkommen. "Ich hoffe, es reicht, dann bin ich der glücklichste Mensch heute in Moskau", sagte Fischer. Das Nervenbündel räumte "extreme Selbstzweifel" ein. Am Ende warf die Kubanerin Denia Caballero als Gesamt-Zwölfte fünf Zentimeter weiter als die U-23-Europameisterin von 2011. Dabei habe ihr Harting vor dem Fernseher die Daumen gedrückt: "Er ist ja noch in Kienbaum."

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