Freiburg (dpa) - Der FSV Mainz 05 hat dem neu formierten SC Freiburg einen weiteren Dämpfer verpasst. Nach dem 1:3 bei Bayer Leverkusen verloren die Breisgauer nun mit 1:2 (0:0) gegen den FSV und sind in ihrem Findungsprozess nach den vielen Personalwechseln im Sommer zunächst nicht vorangekommen.

SC-Trainer Christian Streich musste mit ansehen, wie die Gäste seinem Team in einem nach der Pause äußerst abwechslungsreichen Spiel die Grenzen aufzeigten und nach dem 3:2 gegen den VfB Stuttgart ihren guten Saisonstart auf sechs Punkte aus zwei Spielen ausbauten.

Niki Zimling in der 64. Minute und Nationalspieler Nicolai Müller (68.) trafen vor 23 100 Zuschauern im Mage-Solar-Stadion zum verdienten Sieg für die Gäste, die gegen Freiburg in nun sechs Bundesliga-Spielen in Serie ungeschlagen sind. Für den Sportclub reichte es nur zum Anschlusstreffer durch Sebastian Freis (71.).

Im Unterschied zum Leverkusen-Spiel machte SC-Trainer Streich personell einen Schritt zurück: Mit Gelson Fernandes im Mittelfeld und Stürmer Mike Hanke bot er nur zwei Neuzugänge in der Startformation auf, nachdem es in Leverkusen noch vier gewesen waren. Anstelle von Admir Mehmedi setzte er im Angriff auf Freis, auf der linken Außenbahn spielte Karim Guédé anstelle von Arsenal-Leihgabe Francis Coquelin.

Sein Mainzer Kollege Thomas Tuchel ließ seine Elf im Unterschied zum Stuttgart-Spiel, wo er einen Stürmer aufgeboten hatte, im 4-4-2-System antreten. Sebastian Polter saß dieses Mal auf der Bank, dafür setzte Tuchel auf den Zweier-Sturm mit Müller und Christoph Moritz. Der Ex-Schalker kam damit zu seinem Bundesliga-Debüt für Mainz.

Die Freiburger setzten zunächst auf Sicherheit und traten sehr verhalten auf. Da die Gäste tief standen, hatte die Partie in ihrer Anfangsphase wenig Unterhaltungswert. Als gerade die ersten Pfiffe von den Tribünen kamen, sorgte SC-Stürmer Mike Hanke nach 26 Minuten jedoch für einen Hallo-Wach-Effekt: Seinen strammen Schuss parierte FSV-Torhüter Heinz Müller. Zwei Minuten später war es dann der agile Guédé, der an Müller scheiterte.

Erst in der 56. Minute sorgten die Gäste für Aufregung: Nach einem Eckball traf Nicolai Müller ans Außennetz. Danach nahm die Begegnung an Fahrt auf, beide Teams riskierten in der Offensive deutlich mehr, die Abwehrreihen zeigten nun aber auch einige Konzentrationsschwächen. So stand Zimling beim 0:1 nach einer Flanke des guten Johannes Geis wenige Meter vor dem Tor völlig frei und köpfte ins kurze Eck.

Nur vier Minuten später musste SC-Torwart Oliver Baumann in seinem 100. Bundesligaspiel für Freiburg das zweiten Gegentor durch Nicolai Müller hinnehmen, der aus spitzem Winkel ins lange Eck zielte. Doch die Gastgeber gaben nicht auf und kamen zum 1:2 durch Freis. Der Stürmer schob den Ball nach einem langen Fernandes-Pass gekonnt ein. Die Freiburger kämpften bei hohen Temperaturen zwar bis zum Schluss, doch die reiferen Mainzer ließen nichts mehr zu.