Berlin/Frankfurt/Main (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will den nach Skandalen und Kurseinbrüchen vor zehn Jahren geschlossenen Neuen Markt wiederbeleben. Dazu führt das Ministerium nach eigenen Angaben seit einigen Monaten Gespräche mit der Deutschen Börse und Branchenverbänden.

Ziel sei es, die Finanzierung junger, innovativer Firmen (Startups) zu verbessern, sagte ein Sprecher von Rösler am Montag. Einen Zeitplan für ein mögliches neues Börsensegment gebe es aber nicht. Wichtig sei Rösler, dass sich Fehlentwicklungen wie beim Neuen Markt nicht wiederholten.

Auch ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums betonte, Chancen und Risiken müssten angesichts der Erfahrungen aus dem Neue-Markt-Crash gut abgewogen werden: "Da haben wir alle unsere Lektion mehr als reichlich gelernt." Die Deutsche Börse erklärte auf Anfrage, neu entstehende Marktsegmente würden genau beobachtet.

Mit dem Segment "Entry Standard" biete die Börse wachstumsbereiten und börsenreifen Unternehmen schon heute Zugang zum Kapitalmarkt: "Die Transparenzanforderungen sind in diesem Segment mit vertretbarem Aufwand auch für kleinere Unternehmen erfüllbar."

Bundesverband Deutsche Startups