Berlin (dpa) - Der Vorsitzende der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hält eine Zusammenarbeit mit der Union für möglich.

Im ARD-"Morgenmagazin" bekräftigte er, dass die AfD grundsätzlich bereit sei, mit jeder demokratischen Partei zusammenzuarbeiten, wenn sie sich grundlegend von der Euro- Rettungspolitik abwende. Dies lehnt die CDU/CSU ab, Lucke meinte aber: "Also ich denke, die CDU ist nicht unbedingt die Partei, bei der man sagen kann, dass die Wahlversprechen sonderlich verlässlich sind." Von der Union kam dagegen erneut Kritik an der AfD.

Man müsse abwarten, was die Union nach der Wahl sage, ergänzte Lucke. "Ich habe ja 2009 auch nicht geglaubt, dass die CDU die Wehrpflicht abschaffen wird, nachdem sie das Gegenteil versprochen hat. Oder dass sie die Laufzeiten der Kernkraftwerke verkürzen würde, nachdem sie das Gegenteil versprochen hat."

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte dem "Darmstädter Echo" (Mittwoch), die AfD sei "eine Gruppierung, die nur ein Thema hat, und zu anderen Fragen nichts zu sagen hat". Beim Euro sei sie auf einem gefährlichen Irrweg. "Eine Gruppierung, die in ihrem Programm stehen hat, dass sie nicht ausschließt, zur D-Mark zurückzukehren, macht unverantwortliche Politik. Das würde Deutschland und seinen Bürgern schwer schaden." Aus der Unionsfraktion hieß es am Mittwoch, eine Zusammenarbeit mit der AfD sei "völlig undenkbar".

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin warf CDU-Chefin Angela Merkel vor, keine Antwort darauf zu geben, ob sie sich von der AfD tolerieren lassen würde. "Keiner weiß, ob die Bahamas-Koalition vor der Tür steht", sagte er der "Rheinischen Post" (Mittwoch).