München (dpa) - An der Landtagswahl in Bayern haben sich wohl mehr Bürger beteiligt als beim Urnengang 2008.

In den Wahllokalen der größeren bayerischen Städten war der Zulauf bis zum späten Nachmittag zwar nur vereinzelt stärker als bei der Landtagswahl vor fünf Jahren. Weil aber deutlich mehr Wähler ihre Kreuze schon vorab per Briefwahl gemacht hatten, sei insgesamt ein besseres Ergebnis zu erwarten, berichteten die Wahlämter.

Sowohl in München als auch in Augsburg, Regensburg und Würzburg hatten am Nachmittag unter Berücksichtigung der Briefwahl schon mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten abgestimmt. Die Landeshauptstadt meldete um 16.00 Uhr aufgrund einer Stichprobe eine Wahlbeteiligung von rund 55 Prozent. Das waren 7,5 Prozentpunkte mehr als zur gleichen Zeit 2008. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass ein Teil der Briefwähler die Unterlagen zwar abholt, aber nicht zurückschickt.

2008 lag die Beteiligung bei der Bayern-Wahl am Ende bei 57,9 Prozent, dies war der zweitniedrigste Wert seit Gründung der Bundesrepublik. Die Landtagswahl gilt als wichtiger Stimmungstest für die Bundestagswahl am kommenden Sonntag. 

Die CSU unter Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hofft nach dem historischen Absturz bei der letzten Wahl und einer teilweise schwierigen Koalition mit der FDP auf die Rückeroberung der Alleinherrschaft im Freistaat. Das von SPD-Herausforderer Christian Ude angestrebte Dreierbündnis mit Grünen und Freien Wählern lag in Umfragen merklich hinter den Christsozialen zurück. Die FDP muss den Umfragen zufolge um den Wiedereinzug in den Landtag zittern.