Frankfurt/Main (SID) - Der neue Präsident im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) soll am 7. Dezember in Wiesbaden für vorerst ein Jahr gewählt werden. Dieses Ziel strebt die Führung des Dachverbandes an, der einen Tag nach dem Rücktritt des zum IOC-Chef gewählten Thomas Bach erstmals unter Interimspräsident Hans-Peter Krämer in Frankfurt/Main tagte. Gelingt es nicht, in den nächsten Wochen und Monaten einen mehrheitsfähigen Nachfolge-Kandidaten zu finden, wird der Bach-Nachfolger erst im Dezember 2014 gewählt. So lange bliebe das derzeitige Präsidium noch im Amt.

Generaldirektor Michael Vesper machte gleich klar, dass er für eine Wahl 2013 nicht zur Verfügung stehe: "Ich übernahm meine Aufgabe vor sieben Jahren, sie macht mir große Freude." Der Frage, ob er gegebenenfalls 2014 zur Verfügung stehe, wich der als Generaldirektor mit gut 240.000 Euro honorierte Ex-Politiker jedoch aus. Krämer machte deutlich, dass es einen bezahlten Präsidenten auch 2014 wohl noch nicht geben werde: "Dem steht die konservative Haltung unserer Gremien entgegen."

Weitere Klärung erfolgt am Donnerstag auf der Tagung der Spitzensportverbände in Frankfurt/Main und am 30. September, wenn die 62 Fachverbände, 16 Landessportbünde und 20 Verbände mit besonderen Aufgaben in München tagen. Krämer: "Ich hoffe, dass es Klarheit gibt bei der nächsten Präsidiumssitzung am 27./28. Oktober in Frankfurt."

Bisher hat nur DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch öffentlich gemacht, dass er das Präsidentenamt übernehmen würde. Als interne Kandidaten gelten auch Christa Thiel, DOSB-Vize und Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), sowie Rainer Brechtken, Chef des Deutschen Turner-Bundes (DTB). Im Gespräch sind als externe Lösungen auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier für den Fall, dass er am Sonntag sein Amt verliert, und der frühere Manager des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen, Willi Lemke.