Ljubljana (dpa) - Mit einer Demonstration der Extraklasse haben Spaniens Basketballer bei der EM in Slowenien alle Zweifel an ihren Titelambitionen beseitigt und zum achten Mal in Serie das Halbfinale erreicht. Der bislang schwächelnde Cupverteidiger deklassierte Serbien mit 90:60 (48:23).

Die Iberer treffen nun auf den Sieger der Partie zwischen Frankreich und Slowenien. Für Serbien war es nach Angaben des Verbands FIBA die höchste Niederlage seiner Geschichte.

Überragende Akteure bei Spanien, das bislang schon drei Niederlagen bei dieser EM kassiert hat, waren Sergio Rodriguez mit 22 und Rudy Fernandez mit 19 Punkten. "Sergio und Rudy haben ein exzellentes Spiel gespielt", lobte Trainer Juan Orenga. "Dazu haben wir verschiedene Spieler, die an unterschiedlichen Tagen hervortreten können. Das war mit Abstand unser bestes Spiel im Turnier."

NBA-Center Marc Gasol zeigte zudem defensiv eine starke Vorstellung und meldete Serbiens Star Nenad Krstic komplett ab. Das junge Team von Trainer-Routinier Dusan Ivkovic muss nun in den Platzierungsspielen um das Ticket für die WM 2014 in Spanien kämpfen. In Slowenien reicht Platz sieben, um die Qualifikation für das kommende Weltturnier zu schaffen. "Wir waren verängstigt und das hat uns die Hände gebunden", analysierte Guard Nemenja Nedovic.

Die Spanier dominierten die Partie von Beginn an mit ihrer intensiven Verteidigung und lagen bereits nach zehn Minuten mit 21:5 vorne. Nur einen Feldwurf trafen die völlig eingeschüchterten Serben im ersten Viertel. Nur langsam erholte sich die jüngste Mannschaft des Turniers von dem Startschock, konnte aber zu keiner Zeit an die starken Leistungen der ersten beiden Gruppenphasen gegen Frankreich oder Litauen anknüpfen. "Es war eine Schande, wie wir heute gespielt haben", sagte Krstic. "Wir sind ein junges Team und mit Sicherheit hat uns heute die Erfahrung gefehlt."

In der Neuauflage des EM-Finals von 2009, das Spanien mit 85:63 gewonnen hatte, zeigten die Iberer auch in der zweiten Halbzeit begeisternden Basketball und trafen mehr als die Hälfte ihrer Dreipunktwürfe. Alles klappte: Mit einem Schleuderpass über das komplette Feld bediente Gasol den Guard Sergio Llull, der die Führung beim 69:29 auf den zwischenzeitlichen Höchstwert von 40 Punkten schraubte. Am Ende sparten die Spanier ein wenig Kräfte für die anstehenden Aufgaben.

EuroBasket 2013