Florenz (dpa) - Gold-Start für Tony Martin zum WM-Auftakt: Der 28 Jahre alte Wahlschweizer wiederholte seine Goldfahrt von 2012 im WM-Mannschaftszeitfahren in Florenz.

Der Doppelweltmeister im Einzelzeitfahren führte sein Omega Pharma Quickstep-Team nach 57,2 Kilometern in 1:04,16 Stunden über die Ziellinie am Nelson Mandela Forum in Florenz.

Wie im Vorjahr bei den Titelkämpfen in Valkenburg wurde der kollektive Kampf gegen die Uhr wieder zu einem superspannenden Sekundenspiel. Martin und seine fünf Mitstreiter gaben der Formation Orica GreenEdge mit 88 Hundertstelsekunden Rückstand das Nachsehen. Die Australier hatten sich in Spanien extra in einem Trainingslager auf die Titelkämpfe vorbereitet.

Beim Mannschaftszeitfahren der Tour de France in Nizza hatten sie noch die Nase vorn und Martins Team um eine knappe Sekunde auf Rang zwei verwiesen. Jetzt gelang den Belgiern mit einem Kilometer-Mittel von 53,4 auf einem fast ausschließlichen flachen Kurs, der seine technisch schwierigsten Passagen in der Altstadt beim Umkurven des weltberühmtem Doms aufwies, die Revanche. Die Bronzemedaille holte sich die britische Sky-Mannschaft mit dem Toursieger Christopher Froome.

"Im Leben gleicht sich alles aus. Bei der Tour waren wir die Unglücklichen, heute die Australier. Es war natürlich gut, dass wir als letztes Team gefahren sind. Da wussten wir alle Zeiten der Konkurrenz und ich konnte die Devise ausgeben: Volles Risko. Zum Glück hat es gereicht", freute sich der Ex-Profi Jan Schaffrath, Sportlicher Leiter der Elite bei dieser WM.

Der hauchdünne Sieg dürfte Martin, der sich im Ziel völlig erschöpft auf den Asphalt fallen ließ, mächtigen Auftrieb für das Einzelrennen am Mittwoch geben. Bei der Zieldurchfahrt hatte er siegessicher die Faust geballt. Im Einzelzeitfahren wird es der 28-jährige Titelverteidiger in erste Linie mit dem vierfachen Weltmeister Fabian Cancellara (Schweiz), dessen RadioShack-Mannschaft am Sonntag nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen konnte, und dem Toursieger von 2012, dem Briten Bradley Wiggins vom Skyteam zu tun bekommen.

Zuvor war Trixi Worrack mit einem sagenhaften Stundenmittel von 50,16 Kilometern mit ihrem Team Specialized Lululemon wie im Vorjahr ebenfalls zu Gold gerast. Die Sechser-Formation mit US-Lizenz, in der auch Lisa Brennauer aus Wangen fuhr, war über 42,8 Kilometer nicht zu schlagen und über eine Minute schneller als die Konkurrenz. "Heute war alles perfekt - das war ein Supertag", freute sich die 1,60 Meter große Trixi Worrack aus Cottbus, die ihre 15. WM bestreitet. Am Dienstag im Einzelzeitfahren und Samstag im Straßenrennen warten zwei weitere WM-Einsätze auf sie.

Das Teamzeitfahren mit Firmenmannschaften wurde im Vorjahr in Valkenburg/Niederlande zum ersten Mal ins WM-Programm genommen. Ansonsten sind die Titelkämpfe, die am kommenden Sonntag mit dem Elite-Straßenrennen zu Ende gehen, wie immer Nationalmannschaften vorbehalten.