Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Aktienindizes haben am Dienstag in ruhigem Handel leicht zugelegt. Ohne entscheidende Impulse hielten sich Anleger weitgehend zurück, sagten Börsianer.

Auch der fünfte Anstieg beim wichtigen Ifo-Geschäftsklimaindex nacheinander konnte die Laune nicht spürbar heben - das Plus konnte Experten zufolge nicht positiv überraschen. Der Dax gewann am Ende 0,34 Prozent auf 8664,60 Punkte, nachdem er am Vortag nach der Bundestagswahl noch Punkte hatte abgeben müssen.

Der MDax mittelgroßer Werte kletterte um 0,11 Prozent auf 14 981,99 Zähler. Der Technologie-Auswahlindex TecDax stieg um ebenfalls 0,11 Prozent auf 1071,75 Punkte.

Händler sprachen von einem insgesamt lustlosen Handel. Der Ifo-Geschäftsklimaindex deutete nach Einschätzung von Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen zwar an, dass die deutsche Wirtschaft Fahrt aufnimmt. Der wichtige Frühindikator habe aber die Erwartungen der Marktexperten nicht ganz erfüllen können, schrieb Stratege Ishaq Siddiqi vom Broker ETX Capital. Ohnehin hätten die jüngsten Konjunkturdaten in der Eurozone nicht zum Staunen angeregt.

Positivere Wirtschaftsnachrichten kamen auch aus den USA. Die Häuserpreise laut Case-Shiller-Index waren im Juli so stark gestiegen wie seit sieben Jahren nicht mehr. Der Immobilienmarkt gilt als sehr wichtiger Sektor für die US-Wirtschaft - steigende Preise stützen demnach das Vermögen und die Konsumfreude der Hausbesitzer. Der Rückenwind für den US-Aktienmarkt habe letztlich auch im Dax für etwas Auftrieb gesorgt, sagte Gregor Kuhn vom Broker IG.

Versorger standen am Dienstag auf der Sonnenseite. Nach der am Vortag zunächst noch negativen Reaktion auf das Ergebnis der Bundestagswahl mit der bisher unklaren Regierungsbildung knüpfte der Sektor wieder an seine Erholungsbewegung an. RWE-Aktien verteuerten sich um 1,42 Prozent, Papiere von Eon legten um 1,05 Prozent zu.

Größter Gewinner im Dax waren aber ThyssenKrupp-Titel mit plus 1,95 Prozent. Bei dem angeschlagenen Essener Industriekonzern gibt es zumindest an einer Stelle Entspannung. Ein Bankenkonsortium hält nach Angaben des Unternehmens Kreditlinien über 2,5 Milliarden Euro aufrecht. Die Papiere von K+S rutschten dagegen am Dax-Ende um 5,55 Prozent ab. Das Analysehaus Bernstein blieb skeptisch beim Blick auf den Düngemittelhersteller: Während Optimisten noch auf eine Wiederbelebung des russisch-weißrussischen Kali-Kartells und eine Preisstabilisierung setzten, spreche der Markt eine andere Sprache.

Ein deutlicher Gewinneinbruch drückte Südzucker mit minus 3,26 Prozent ans MDax-Ende. Europas größter Zuckerkonzern muss sich nun strecken, um seine Jahresziele noch zu erreichen. Im TecDax brachen die Aktien von PSI nach der einkassierten Prognose des Softwareherstellers um 14,40 Prozent ein. Die Berliner hatten ihr Gewinnziel für das laufende Jahr wegen juristischer Altlasten und unerwartet hoher Entwicklungskosten drastisch zusammengestrichen.

Auch an den europäischen Börsen gab es Aufschläge. Der EuroStoxx 50 stieg um 0,57 Prozent auf 2922,93 Punkte. In Paris gab es ein Plus von knapp 0,6 Prozent, in London fielen die Gewinne mit 0,2 Prozent etwas schmaler aus. In New York lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss knapp mit 0,1 Prozent im Plus.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,50 Prozent (Montag: 1,56 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,35 Prozent auf 133,26 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,61 Prozent auf 139,63 Punkte. Der Euro notierte leichter. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3473 (1,3508) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7422 (0,7403) Euro.