Düsseldorf (dpa) - Die faszinierende Auseinandersetzung der Fußball-Davids gegen die Branchengrößen macht auch in Teil zwei den enormen Reiz des DFB-Pokals aus. Wer stolpert am Mittwoch?

Klar ist: Weil es zwischen Rekordsieger Bayern und Hannover und im Baden-Württemberg-Duell zwischen Freiburg und dem 2013-Finalisten Stuttgart zwei Begegnungen von Erstligisten gibt, scheiden mindestens zwei weitere Mitglieder der deutschen Beletage aus. Speziell in Darmstadt herrscht Euphorie: Am Böllenfalltor gastiert Schalke - das «Spiel des Jahres» für Darmstadt 98. Präsident Rüdiger Fritsch schwärmte: Die Partie sei «das absolute mediale Highlight» der Vereinsgeschichte. Das Interesse ist riesig, 200 Journalisten sind akkreditiert, darunter zwei aus Japan.

Dem Drittligisten Darmstadt winken Einnahmen von rund 600 000 Euro - beträchtlich bei einem Gesamtetat von rund 2,3 Millionen Euro. Sportlich zeigt sich Trainer Dirk Schuster demütig und verweist immer wieder darauf, dass man in der vergangenen Saison eigentlich Absteiger war. Jetzt sei man krasser Außenseiter: «Schalke spielt mit zehn oder elf Nationalspielern und ist nach Bayern und Dortmund mit Leverkusen die dritte Kraft im deutschen Fußball. Alles andere als ein Weiterkommen von Schalke wäre eine riesige Sensation.»

S04-Jungstar Julian Draxler mahnt zur Vorsicht: «Unterschätzen werden wir die Darmstädter nicht. Besonders im eigenen Stadion kann jeder Gegner, egal ob Erst- oder Drittligist, gefährlich werden.» Respekt hat Schalke vor allem vor Dominik Stroh-Engel, der im Ligaspiel gegen Rostock (6:0) gleich vier Tore nacheinander erzielte.

Bei Hannover 96 herrscht vor der augenscheinlich unlösbaren Aufgabe bei Triplegewinner München das Motto: Bangemachen gilt nicht. «Man kann die Bayern nur schlagen, wenn man mit breiter Brust auftritt», sagte Manager Dirk Dufner. Schon beim 0:2 in der Bundesliga spielten die Niedersachsen in München ziemlich couragiert. Daran will 96 anknüpfen, auch wenn in Mame Diouf der beste Stürmer ausfällt. Bayerns Mario Mandzukic hält es wie Draxler und warnt. «In der zweiten Runde gegen den Bundesliga-Vierten zu spielen, ist kein Glückslos. Ich glaube, es wird schwierig.»

Für den SC Freiburg und den VfB Stuttgart heißt es, in der Neuauflage des vorjährigen Pokal-Halbfinales den Liga-Frust zu beseitigen. Freiburg braucht nach sieben Pflichtspielen in Serie ohne Sieg dringend ein Erfolgserlebnis. Und die Schwaben verschenkten durch den von Vedad Ibisevic verschossenen Elfmeter beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt den dritten Ligaerfolg nacheinander. Torwart Sven Ulreich fällt wegen einer Handverletzung aus.

Für die weiteren «Kleinen» wie die Drittligisten 1. FC Saarbrücken (gegen den SC Paderborn) und VfL Osnabrück (gegen Union Berlin) hat der Cup nicht nur sportliche Reizwerte - die finanziellen, in das Achtelfinale (3./4. Dezember) einzuziehen, sind mindestens ebenso groß. Dann gibt es allein durch TV-Gelder 390 000 Euro.

Zweimal heißt es 1. gegen 2. Liga: Eintracht Frankfurt wird vom VfL Bochum gefordert, Hertha BSC muss auf den Betzenberg zum 1. FC Kaiserslautern. Zwischen dem FSV Frankfurt und dem FC Ingolstadt gibt es schon drei Tage nach dem Zweitliga-Aufeinandertreffen (4:1) dieses Duell erneut.