Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Fußball-Bund hat die Kritik von Theo Zwanziger an DFB-Präsident Wolfgang Niersbach um die Positionierung des Verbandes rund um die WM 2022 in Katar energisch zurückgewiesen.

"Wenn ich mich recht erinnere, war Wolfgang Niersbach einer der Ersten, der sich nach der WM-Vergabe kritisch zu den Bedingungen in Katar geäußert hat. Und auch in der aktuellen Diskussion wird beim DFB sehr genau hingeschaut, worum es geht und welche Möglichkeiten der Fußball hat, Einfluss zu nehmen", sagte Mediendirektor Ralf Köttker.

Zwanziger hatte zuvor bemängelt, dass sich sein Amtsnachfolger Niersbach nicht in die Diskussion um untragbare Arbeitsbedingungen für Gastarbeiter in Katar mit angeblich 44 Todesfällen zu Wort gemeldet habe. "In wichtigen sportpolitischen Fragen wünsche ich mir natürlich, dass sich auch der DFB einschaltet. Aber das macht jeder in einer Führungsposition so, wie er es für richtig hält", sagte Zwanziger, heutiges Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Die Äußerungen Zwanzigers stoßen beim DFB auf Unverständnis. "Mit einer international abgestimmten Position bewirkt man in der Regel mehr, als mit ein paar schnell formulierten, populistischen Forderungen", sagte Köttker. Das Verhältnis zwischen Niersbach und Zwanziger gilt seit der Amtsübergabe im Winter 2011/2012 als angespannt. International gilt Niersbach im Gegensatz zu Zwanziger als Unterstützer von UEFA-Chef Michel Platini, der Joseph Blatter 2015 bei der Wahl zum FIFA-Präsidenten herausfordern könnte.