Köln (SID) - Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat mit dem Unternehmer Gerald Wagener ein neues Förderkonzept für den deutschen Sport entwickelt. Mit der Deutschen Sportlotterie will der 28 Jahre alte Weltmeister mehr Geld für den Sport reinholen. "Die Sportförderung in Deutschland ist beschämend niedrig. Jammern bringt aber nichts. Wir lösen unsere Probleme jetzt selbst", sagte Harting der Bild am Sonntag.

Im Internet kann man für 2,50 Euro einen Tippschein ausfüllen, der Höchstgewinn liegt wöchentlich bei 250.000 Euro. Von jedem Euro, der reinkommt, sollen mindestens 30 Cent an die Sportler gehen. 40 Cent wandern in den Topf, aus dem die Gewinne ausgeschüttet werden. 17 Prozent sind Steuern, der Rest Verwaltung. Harting selbst arbeitet unentgeltlich.

Statt Zahlen wie beim Lotto muss man sich in drei Kategorien festlegen: Erst bestimmt man die Reihenfolge der olympischen Farben (blau, grün, gelb, rot, schwarz). Dann entscheidet man sich für eine Winter- und eine Sommer-Sportart. Und schließlich wählt man eine Medaille aus: Gold, Silber oder Bronze. "Beim normalen Lotto liegt die Gewinn-Chance bei 1 zu 14 Millionen. Bei der Sportlotterie ist sie zehnmal höher: 1 zu 1,4 Millionen", sagte Harting, der klare Ziele vor Augen hat: "Wir wollen langfristig erreichen, dass die Top-Sportler statt 300 Euro auf 1000 Euro Grundförderung monatlich kommen."

Die Idee stammt aus England. "Als die Briten 1996 mit der Lotterie The National Lottery starteten, hatten sie in Atlanta nur eine Goldmedaille geholt. In London waren es jetzt 29", sagte Wagener. Unterstützt wird die Aktion unter anderem von der Deutschen Sporthilfe und Lotto Hessen.

"Wir Sportler kämpfen mit jeder Faser unseres Körpers für den Erfolg, aber wir brauchen Hilfe. Und helfen kann uns jeder, dem der Medaillenspiegel wichtig ist. Selbst wenn man kein Geld gewinnt, wird man trotzdem zum Gewinner, weil man mit seinem Wetteinsatz eine erfolgreiche Zukunft des deutschen Sports fördert", meinte Harting.