Berlin (SID) - Robert Harting sieht in der von ihm mitinitiierten neuen Sportlotterie kein Konkurrenzprodukt zum bestehenden Lottospiel. "Unsere Zielspieler sind andere. Sie spielen nicht, um wie bei 6 aus 49 Geld zu machen. Sie spielen in erster Linie, um das Sportsystem zu unterstützen", sagte der dreimalige Diskus-Weltmeister über das neue Förderprojekt für Spitzensportler.

Der London-Olympiasieger zeigte jedoch auch Verständnis für den organisierten Sport, der sich um die Förderung des Sports durch Lotto in Höhe von rund 500 Millionen Euro pro Jahr sorgt. "Es ist beim DOSB eine gewisse Zurückhaltung für unser Projekt zu spüren. Da gibt es die Angst, die Lotto-Förderung zu verlieren", sagte der 2,01-m-Hüne, der mit seinem Modell die Grundförderung deutscher Top-Athleten von jetzt 300 auf rund 1000 Euro erhöhen möchte.

Hartings Partner Gerald Wagener betonte ebenfalls, dass es nur wenig Schnittmengen geben würde. "Wir haben selbst Marktforschung betrieben. Mit unserer Lotterie werden wir einen Markt bedienen, der nur zu einem geringen Prozentsatz Menschen anspricht, die normalerweise Lotto oder Soziallotterien spielen", sagte Unternehmer Wagener, der 70 Prozent an der extra gegründeten Gesellschaft hält.

Die Lotterie-Initiatoren haben beim Land Rheinland-Pfalz eine Lizenz beantragt und wollen im Frühjahr starten. Ein Los soll 2,50 Euro kosten, der Hauptpreis 250.000 Euro betragen. Gezogen werden sollen die Sieger einmal wöchentlich. Von jedem Euro, der reinkommt, sollen mindestens 30 Cent an die Sportler gehen. An welche Athleten das Geld fließt, soll von der Sporthilfe. bzw. von einem vierköpfigen Beirat entschieden werden, dem Harting angehört. "Wir hoffen, dass es mit Hilfe unseres Förderprogramms möglich wird, nach rund fünf Jahren erste Medaillen bei Olympia zu gewinnen."