Berlin (SID) - Die finanziellen Sorgen des deutschen Sports reißen nicht ab. Einen Tag, nachdem ein Gremiun des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB) einen jährlichen Mehrbedarf von 38 Millionen Euro für die Förderung des Spitzensports errechnet hatte, erklärte der DOSB, dass an den Sportstätten im Lande ein Sanierungsstau von 42 Milliarden Euro bestehe. Allein durch das Hochwasser in diesem Jahr sei die Summe um knapp 90 Millionen Euro angewachsen.

"Deutschland vernachlässigt seine Sportstätten. Alle reden davon, Straßen und Brücken zu sanieren, aber auch im Sport besteht dringender Handlungsbedarf, wenn wir nicht eines Tages vom Sportstätten-Weltmeister zum Qualifikanten werden wollen", sagt der für Breitensport und Sportentwicklung zuständige DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch. Er appelliert an Bund, Länder und Gemeinden, die Sportstätten-Förderung konsequent in den Blick zu nehmen. In der Rangliste der Infrastrukturbereiche mit dem höchsten Investitionsbedarf nehmen die Sportstätten in Deutschland mit Platz sechs einen der vorderen Ränge ein.

Wie der DOSB weiter ausführte, müssten immer mehr der 91.000 deutschen Sportvereine Nutzungsgebühren für ihre Sportstätten zahlen. Laut des aktuellen Sportentwicklungsberichts betreffe dies 32,6 Prozent der Klubs - Tendenz steigend. Hintergrund sei die angespannte Lage der kommunalen Haushalte. "Dies erhöht den Finanzdruck für unsere Sportvereine", erklärt Schneeloch. Auf der anderen Seite verfügten mittlerweile 46,9 Prozent der Sportvereine über eigene Anlagen - Tendenz ebenfalls steigend. Schneeloch: "Hier zeigt sich, dass die Vereine zunehmend eigene Verantwortung für ihre Sporträume übernehmen."