Berlin (SID) - Der neue internationale Wettkampfkalender des Weltverbandes FIE sorgt bei den deutschen Fechtern für gehörige Verstimmung. "Die Kosten für die Teilnahme an den Weltranglistenturnieren nehmen enorm zu", sagte Sven Ressel, Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB), dem SID: "Wir bekommen immer mehr Probleme. Sowohl finanziell und zeitlich als auch organisatorisch." In der vergangenen Woche hatte die FIE einen deutlich verlängerten Wettkampfkalender vorgestellt.

Ab 2014 soll die Saison bereits im Oktober beginnen und bis August des folgenden Jahres dauern - das sind etwa drei Monate länger als bisher. Zudem soll ein Großteil der Turniere außerhalb Europas stattfinden. Für das Jahr 2014 bezifferte Ressel den Mehrbedarf des finanziell ohnehin nicht auf Rosen gebetteten Verbandes auf etwa 170.000 Euro, etwa 30 Prozent des entsprechenden Budgets.

Die zusätzlichen Mittel habe der Verband bereits beantragt. "Wenn wir das Geld nicht bekommen, müssten wir einen Notplan erstellen", sagte Ressel. In der Saison 2014/2015 Jahr müssen sich die deutschen Fechter bereits im Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio 2016 eine gute Ausgangsposition in der Weltrangliste verschaffen.

Darüber hinaus fürchtet der Verband einen Wegfall der deutschen Weltranglistenturniere. Für die vier bisherigen Weltcupturniere musste sich der Verband im Zuge der Neugestaltung neu bewerben. "Unser Faustpfand ist, dass wir sehr gut organisierte Turniere mit langer Tradition haben, teilweise 60 Jahre", sagte Ressel: "Aber es ist alles drin, es wird nicht einfach werden. Wenn beispielsweise Doha oder Katar Geld reinwerfen und dann die Turniere bekommen, weil bei der FIE das Blinken in den Augen anfängt, dann ist das problematisch."