London (SID) - Sebastian Vettel hat "keine Angst" vor großen Namen. In einem Interview mit dem britischen Sender BBC erklärte der 26 Jahre alte Formel-1-Weltmeister, dass er sich "keine Sorgen mache", falls er einen der absoluten Topfahrer als Teamkollegen bei Red Bull bekäme. "Eines Tage werde ich vielleicht gemeinsam mit Kimi Räikkönen oder Fernando Alonso in einem Team fahren. Das hängt davon ab, wie lange wir alle das noch machen. Aber ich habe keine Angst davor, weil du auf der Strecke gegen die Jungs fahren und herausfinden willst, wer der Beste ist", sagte der Heppenheimer, dem am Sonntag beim Großen Preis von Indien bereits ein fünfter Platz zum vierten Titelgewinn in Folge reichen würde.

Aus Imagegründen notwendig sei ein starker Teamkollege für ihn aber nicht. Vettel widersprach damit Meinungen, wonach er erst in einem anderen Wagen gegen einen starken Gegner wie Alonso, Räikkönen oder Lewis Hamilton beweisen könne, dass er ein würdiger Champion sei. "Sie können ganz viel darüber nachdenken. Ich denke, wir müssen nichts beweisen. Das haben wir zur Genüge getan", sagte Vettel, "wir hatten drei fantastische Jahre. Dieses Jahr ist auch fantastisch. Dass diese Dinge passieren, hat einen Grund."

Vergleichen will sich Vettel nicht mit den anderen Stars der Szene. "Das ist schwierig, weil ich nicht weiß, was sie machen. Ich sehe sie auf der Strecke, aber ich weiß nicht, wieviel Zeit sie für das Setup des Autos aufwenden, wieviel sie sonst noch machen", sagte der jüngste Dreifach-Weltmeister aller Zeiten, "sicher will kein Fahrer ein schlechtes Setup für sein Auto. Aber der eine investiert mehr, der andere weniger Zeit. Das ist weder richtig noch falsch, es geht darum, was einen glücklich macht."

Vettel hatte vor kurzem für Aufsehen gesorgt, als er angesichts seiner Dominanz und der deshalb aufgekommenen Pfiffe der Fans seinen WM-Konkurrenten indirekt vorwarf, nicht genug für die Leistung ihrer Wagens zu tun. "Wir arbeiten noch, wenn andere ihre Eier schon in den Pool hängen", hatte er in Singapur erklärt und damit manchen verärgert.

Bei der Besetzung des zweiten Red-Bull-Cockpits durch Daniel Ricciardo hatte sich Vettel durchgesetzt. Neben dem jungen Australier galt auch Vettels Kumpel und Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen als möglicher Anwärter auf den Job. Kritiker hatten geargwöhnt, Vettel scheue die direkte Konkurrenz mit einem gleichwertigen Rivalen.